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Historischer Auftakt in Genf: Erste Sitzung der neuen UN-Arbeitsgruppe zu den Rechten älterer Menschen

03.03.2026

Eine intensive Woche in Genf markiert den Beginn eines neuen Kapitels im internationalen Menschenrechtsschutz: Zwischen dem 17. und 20. Februar trat erstmals die neu eingesetzte zwischenstaatliche Arbeitsgruppe (Intergovernmental Working Group, kurz: IGWG) zusammen, um mit der Ausarbeitung eines international rechtlich bindenden Instruments zur Stärkung und zum Schutz der Menschenrechte älterer Menschen zu beginnen.

Staaten und Zivilgesellschaft beraten über Weltaltenrechtskonvention

Begleitet wurde die Auftaktveranstaltung der IGWG von Staaten, nationalen Menschenrechtsinstitutionen, Nichtregierungsorganisationen, verschiedenen UN-Organisationen sowie weitere Interessierten.

Die Zusammenkunft stand im Zeichen des politischen Willens, bestehende Schutzlücken im internationalen Menschenrechtssystem zu schließen. Dieser Anspruch war während der gesamten Sitzungswoche spürbar: Bereits in ihrer Eröffnungsrede sprach die stellvertretende UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Nada Al Nashif, von einem „historischen Moment für die Vereinten Nationen und Millionen älterer Frauen und Männer weltweit“.

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HelpAge bringt eigene Position ein

Zunächst standen jedoch mit Fragen nach dem Rahmen, der Architektur und vor allem den Leitprinzipien des künftigen Instruments die Grundlagen einer Weltaltenrechtskonvention im Mittelpunkt. HelpAge nutze den Prozess, um mehrfach unsere Position hierzu einzubringen.

Damit wurde ein strukturierter Prozess angestoßen, der nun in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet werden soll mit dem Ziel, in der nächsten Sitzungsperiode im Juli konkrete Arbeitspakete zu entwickeln. Staaten und weitere Stakeholder sind aufgefordert, schriftliche Beiträge zu diesen Grundlagen des Instruments einzureichen. Damit ist ein klarer Fahrplan für die Zwischenphase gesetzt.

Foto: Ältere Menschen müssen direkt in den Entstehungsprozess einer Weltaltenrechtskonvention einbezogen werden, fordert Dr. Jürgen Focke (Mitte) von HelpAge bei der Auftaktveranstaltung der Intergovernmental Working Group in Genf. © HelpAge International/ Nelson Tamayo

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„Nothing about us, nothing without us!”

Insgesamt brachten in Genf rund 80 zivilgesellschaftliche Vertreter*innen aus allen Weltregionen ihre Expertise und Sichtweisen in den Prozess ein. Deutschland wurde vor Ort von einer Delegation bestehend aus Vertretern der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Deutschen Seniorenorganisationen) und dem Deutschen Institut für Menschenrechte sowie HelpAge Deutschland vertreten. Gemeinsam mit der Global Alliance for the Rights of Older Persons (GAROP) warb HelpAge für einen inklusiven, transparenten und partizipativen Aushandlungsprozess der Konvention. In den bereits im Vorfeld der Sitzungswoche von uns erarbeiteten Stellungnahmen wurde insbesondere gefordert, Informationen frühzeitig bereitzustellen, um nationale Konsultationen zu ermöglichen und Mitgliedsorganisationen sowie weitere Interessierte wirksam beteiligen zu können. Zu der Frage, inwieweit zivilgesellschaftliche Akteure in den weiteren Entstehungsprozess der Weltaltenrechtskonvention eingebunden werden sollen, bestanden unter den Mitgliedstaaten unterschiedliche Auffassungen. Breiter Konsens bestand hingegen darüber, dass ältere Menschen in den gesamten Entstehungsprozesses sinnvoll einbezogen werden müssen und die Arbeitsmodalitäten der IGWG diese Beteiligung gewährleisten sollten, frei nach dem Motto: Nothing about us, nothing without us!

HelpAge hatte am Rande des Events die Gelegenheit, Deinedt Castellanos für ein Interview zu gewinnen. Castellanos ist Präsidentin des kolumbianischen Netzwerks Red Colombiana, das sich in dem südamerikanischen Land für die Rechte und Lebensqualität älterer Menschen einsetzt. Red Colombiana ist Teil des internationalen HelpAge Netzwerks. Auf Einladung von HelpAge International nahm Frau Castellanos zusammen mit weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren aus Ländern, in denen HelpAge tätig ist, an der Auftaktsitzung der IGWG in Genf teil, um die Stimme älterer Menschen aus dem globalen Süden in die Verhandlungen einzubringen. Wenn Sie das Interview in voller Länge nachlesen möchten, klicken Sie auf den untenstehenden Button.

Foto: Globale Expertise: Zivilgesellschaftliche Akteure aus aller Welt fordern in Genf einen inklusiven, transparenten und partizipativen Aushandlungsprozess der Weltaltenrechtskonvention © HelpAge International/ Nelson Tamayo

Der Grundstein für nachhaltigen Schutz Älterer ist gelegt

Der Auftakt der Verhandlungen über eine international anerkannte, rechtsverbindliche Weltaltenrechtskonvention legt den Grundstein für einen potenziell wegweisenden neuen Menschenrechtsvertrag. Die kommenden Monate werden zeigen, wie ambitioniert und verbindlich das entstehende Instrument ausgestaltet wird – und inwieweit es gelingt, die Rechte älterer Menschen weltweit nachhaltig zu stärken.

Für alle, die sich das Auftakttreffen oder die Redebeiträge von HelpAge noch einmal anschauen möchten, bietet UN Web TV Aufzeichnungen der Sitzungen in allen offiziellen Sprachen der UN an.

 

Ansprechperson

Person schaut in die Kamera

Dr. Jürgen Focke

Referent Policy & Advocacy