Vom 13. bis 17. Juli tagte die Intergovernmental Working Group on the Human Rights of Older Persons (IGWG) der Vereinten Nationen in Genf, die damit beauftragt ist, eine Weltaltenrechtskonvention zu entwickeln. HelpAge war vor Ort und begleitete den Prozess.
Every Voice Matters! – IGWG tagt in Genf zur Weltaltenrechtskonvention
21.07.2026
Staaten, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beteiligt sich an erster Sitzung der IGWG
Noch immer erfahren Millionen ältere Menschen weltweit Diskriminierung und Ausgrenzung. Viel zu häufig werden ihnen ihre grundlegenden Rechte verwehrt. Um diesen Missstand zu beheben, kamen in der Schweiz Staaten, UN-Organisationen, Menschenrechtsinstitutionen, die Wissenschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen, um die Leitprinzipien für eine Weltaltenrechtskonvention auszuarbeiten und den Rahmen für die Ausgestaltung des künftigen Instruments festzulegen. Die inhaltliche Ausarbeitung der Konvention wird ab 2027 beginnen.
In Genf hatten Vertreter*innen von über 100 NGOs die Gelegenheit, ihre Perspektiven in den Gestaltungsprozess der Konvention einzubringen. Daher stand die Sitzungswoche passenderweise unter dem Motto: Every Voice matters – denn die Geschichten älterer Menschen müssen sichtbar sein und gehört werden.
Foto: Dr. Jürgen Focke, Leiter der Stabsstelle Policy & Advocacy bei HelpAge Deutschland, begleitet für uns den Entwicklungsprozess der Weltaltenrechtskonvention.
Arbeitsgruppen nehmen ihre Arbeit auf
Der weitere Rahmenplan sieht vor, dass bis November 2027 der erste Gesetzesvorschlag vorgestellt werden soll. Damit dies gelingt, wurden in Genf fünf Arbeitsgruppen ernannt, die mit der Ausarbeitung der unterschiedlichen Vertragsteile, wie etwa wichtige Rechtsfragen oder Kontrollmechanismen, beauftragt sind.
Die Arbeitsgruppen müssen ihre Vertragsteile bis Mitte 2027 erstellen und zur Abstimmung stellen, so dass sie im weiteren Prozess zusammengefasst werden können, ohne wieder in Verhandlungen eintreten zu müssen.
Die Leitung über diesen Prozess haben die Vertretungen von Argentinien, Brasilien, Gambia, Slowenien und den Philippinen übernommen. Inwieweit die Vertretungen der Zivilgesellschaft in den einzelnen Arbeitsgruppen berücksichtigt werden, wird erst in der nächsten Sitzungswoche im Oktober festgelegt. HelpAge Deutschland hat sich um eine Beteiligung beworben.
Foto: An den Sitzungstagen hatten Mitgliedsstaaten und zivilgesellschaftliche Organisationen immer wieder die Gelegenheit, sich mit einem Redebeitrag in den Prozess einzubringen.
Letzte Hürden müssen überwunden werden
Auf dem Weg zu einer Weltaltenrechtskonvention gibt es zwei wichtige Fragen zu klären, zu denen die einzelnen UN-Mitgliedsstaaten unterschiedlicher Auffassung sind: Zum einen geht es um kulturell bedingte unterschiedliche Vorstellungen von Menschenrechten und was diese beinhalten, zum anderen um die Frage, wie weit sich die Mitgliedsstaaten mit einer Konvention rechtlich binden und eine Verpflichtung gegenüber älteren Menschen eingehen wollen. Damit verbunden ist zudem die Frage, wie die Einhaltung der in einer Weltaltenrechtskonvention festgehaltenen Gesetze effektiv überwacht werden kann.
Ein wichtiges Ziel der Zivilgesellschaft in den Verhandlungen ist es, dass festgeschrieben wird, dass die Staaten nicht zu Lasten älterer Menschen aus ihrer Fürsorgepflicht entlassen werden.
Foto: Dr. Jürgen Focke mit Zvesdan Pirosek, dem neuen Independent Expert for the Rights of Older Persons bei den Vereinten Nationen.
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