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Gesundheit & Ernährung
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Gesundheit & Ernährung

Gesundheit und Ernährung sind auch im Alter wichtige Bausteine für ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben, aber nicht selbstverständlich. So leiden weltweit rund 85 % aller Älteren unter einer oder mehreren sog. „nicht übertragbare Krankheiten“ (non communicable diseases, NCD), wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz. Gerade in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind die Menschen besonders gefährdet und die dortigen Gesundheitssysteme nicht darauf eingestellt, sei es aufgrund fehlendem Bewusstseins für chronische Krankheiten und damit verbunden die fehlende Durchführung bzw. unzureichenden Angebote von Vorsorgeuntersuchungen, fehlenden finanziellen Mitteln für Vorsorge und Behandlungen, schlechtere Lebensbedingungen, wie Arbeit bis ins hohe Alter etc.. Diese Krankheiten stehen in einem direkten Zusammenhang mit einer gesunden Ernährung, Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsfürsorge.
Zudem benötigt die Bekämpfung von Hunger und Armut trotz positiver Entwicklung weiterhin große Anstrengungen, denn seit 2014 nimmt die Zahl der hungernden Bevölkerung, unter denen sich insbesondere Kinder und Ältere befinden, wieder zu. Während es für Säuglinge und Kinder in Krisengebieten spezielle Ernährungsprogramme gibt, fehlen diese bisher für die ältere Generation.
Der im Dezember 2018 in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen von HelpAge veröffentlichte Bericht Global AgeWatch Insights 2018 gibt einen Überblick über die Fortschritte, die bis heute bei der Verwirklichung des Rechts älterer Menschen auf Gesundheit auf der ganzen Welt erzielt werden. Es wird auch untersucht, inwieweit Gesundheitssysteme mit dem Alter der Weltbevölkerung für die jeweiligen Zwecke geeignet sind und welche Veränderungen vorgenommen werden können, um das Recht auf Gesundheit für alle Menschen unabhängig vom Alter zu gewährleisten.

Das Thema im Überblick

Herausforderungen beim Thema Gesundheit:

Ältere Menschen im sog. „globalen Süden“ aber auch in Osteuropa haben nur selten einen uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung, Gesundheits- und Pflegediensten. Gründe dafür sind: physische und finanzielle Barrieren, fehlendes Bewusstsein für Gesundheitszustände oder ein Mangel an Wissen über Rechte und Ansprüche. Aber auch die fehlende Ausbildung und Sensibilität des Gesundheitspersonals spielt bei der schlechten Versorgung alter Menschen eine wichtige Rolle.
Derzeit beanspruchen Behandlungen von Infektionskrankheiten wie Aids, Malaria oder Tuberkulose sowie Maßnahmen der Familienplanung den größten Teil der Ausgaben im Gesundheitswesen afrikanischer oder asiatischer Staaten. Die großen Internationale Hilfsprogramme sind hierauf zugeschnitten (tailored to the needs). Ebenso richten die multilateralen Geldgeber ihre Programme daran aus.
Der demografische Wandel fordert jedoch eine Neuordnung, von der Bekämpfung der Infektionskrankheiten hin zu denen der nicht übertragbaren oder chronischen Krankheiten. Vier Fünftel der Todesfälle durch NCDs sind in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu verzeichnen. Hierauf haben bisher weder die betroffenen Staaten, noch die Geberländer und internationalen Organisationen ausreichend reagiert.
 
 

Unser Ansatz:

HelpAge unterstützt Projekte, die alte Menschen mit chronischen Krankheiten in Gesundheitsprogramme aufnehmen, dort regelmäßig untersuchen und mit Medikamenten versorgen. Auch in der Nothilfe werden die besonderen medizinischen Bedürfnisse chronisch kranker Menschen berücksichtigt, in dem z.B. Geh- und Sehhilfen, spezielle Medikamente für Ältere etc. bereit gestellt werden.

 

Die Sonderrolle von HIV/AIDS:

Alte Menschen spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit. Nach Angaben von UNAIDS sind derzeit ca. 4,2 Millionen Menschen über 50 Jahren mit dem HIV infiziert, wovon ca. 10 % im Globalen Süden leben. Ältere Menschen können dabei auf verschiedene Arten von HIV/AIDS betroffen sein. Vor allem arme ältere Frauen die selbst mit HIV leben, werden aufgrund ihres Alters, ihres Geschlechts, ihres HIV-Status und ihres Wohlstands diskriminiert. Ihnen werden Informationen und Dienstleistungen verweigert, sie erleiden Gewalt und werden daran gehindert, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie sind es, da staatliche Hilfe im Regelfall häufig versagt bleibt, die sich um ihre erkrankten Töchter und Söhne kümmern und nach deren Tod die Betreuung und Versorgung der Aids-Waisen übernehmen. Dabei stehen ihnen oft nicht einmal ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung, um sich selbst versorgen zu können.

Siehe hierzu auch unsere Broschüre vom Januar 2019: Who cares, wo dargestellt wird, warum die Nachhaltigkeitsziele nur durch die wirtschaftliche Stärkung von älteren Frauen erreicht werden kann.

Link: Who cares - warum ältere Frauen die Wirtschaft stärken



Unser Ansatz:

In Kooperation mit lokalen Partnern bietet HelpAge Unterstützung bei der Durchführung von Projekten zur häuslichen Pflege von Aids-Kranken und beim Zugang zu Gesundheits- und Bildungsprogrammen. Darüber hinaus werden Kleinkredite vergeben und Einkommen schaffende Maßnahmen initiiert. Wir beraten bei der Gründung und dem Aufbau von lokalen Selbsthilfegruppen und sensibilisieren die Gemeinden für die Inklusion älterer Menschen.

HelpAge setzt sich daher auf internationaler Ebene dafür ein, dass eine UN-Altenrechtskonvention erarbeitet und verabschiedet wird, die konkret formulierte Maßnahmen zum Schutz älterer Menschen vor Gewalt, Diskriminierung, Missbrauch und Vernachlässigung beinhaltet.

 

Herausforderungen beim Thema Ernährung:

Nach Angaben der Ernährungs-  und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)  leiden weltweit rund 842 Millionen Menschen unter chronischem Hunger durch extreme Armut, und für bis zu zwei Milliarden Menschen ist die Ernährung zumindest zeitweise unsicher. Ernährungssicherheit bedeutet, dass jeder Zeit Nahrungsmittel, ungehindert verfügbar sind, der Zugang für alle offen ist, Nahrungsmittel ausreichend vorhanden und bezahlbar sind. Oftmals ist dieser Zugang jedoch gehindert, u.a. durch zusammengebrochene Strukturen in Folge von Kriegen und Konflikten, finanzielle Armut, Ressourcenmangel oder durch den Klimawandel bedingte Naturkatastrophen. In ländlichen Regionen ist die Lage besonders verheerend. Dort lebt der Großteil aller Hungernden. Oftmals müssen lange Distanzen zurückgelegt werden, um sich mit Nahrung und Trinkwasser zu versorgen. Alte oder kranke Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind dazu häufig nicht in der Lage.
In humanitären Krisen werden ältere Menschen nicht als Risikogruppe wahrgenommen, obwohl gerade sie es sind, die besonders – genau wie Kinder –  von Unterernährung betroffen sind. Aber anders als bei Säuglingen oder Kindern haben die Organisationen der Vereinten Nationen bisher keine speziellen, auf die Ernährungsbedürfnisse der Älteren abgestimmten Lebensmittelpakete mit essentiellen Nährstoffen und Vitaminen sowie mit den vor allem im Alter benötigten Medikamenten auf die sog. Essential Medicines List der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesetzt.
 

Unser Ansatz:

HelpAge setzt sich dafür ein, dass Hunger und Unterernährung wo immer möglich präventiv bekämpft werden und alle Menschen sich dauerhaft ausreichend ernähren können. Langfristig zielen unsere Projekte darauf ab, dass landwirtschaftliche Produktionen sowohl für die Selbstversorgung als auch für den Markt gesteigert werden. Dies geschieht vor allem durch landwirtschaftliche Inputs, Wissensvermittlung und die Förderung von Vermarktungsinitiativen.

Auf internationaler Ebene setzt sich HelpAge dafür ein, dass die Internationalen Agenturen, wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Bedürfnisse der Älteren anerkennen und auf sie zugeschnittene Lebensmittelpakete entwickelt. Diese würden dann in die Notfall-Kataloge des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN-OCHA) und des Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) aufgenommen werden, da Krisen und Notfälle federführend über diese beiden Organisationen weltweit geführt werden.

Link: http://www.globalagewatch.org/ 


Projekte zum Thema: Gesundheit & Ernährung

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