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Flucht, Migration und Integration
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Flucht, Migration & Integration

Flucht, Migration und Integration sind zu globalen Themen geworden, die in den letzten Jahren immer weiter in den medialen und politischen Fokus gerückt sind. Momentan sind 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Pro Tag fliehen im Durchschnitt 28.300 Menschen aufgrund von Konflikten und Verfolgung. Problematisch dabei ist nach wie vor, dass Menschen und Themen "über einen Kamm geschert" werden und die Zielgruppe ältere Menschen mit ihren Bedürfnissen als erste aus dem Raster fällt. Die Risiken, mit denen ältere Menschen konfrontiert sind, beschränken sich nicht nur auf diejenigen, die auf der Flucht sind, sondern auch auf diejenigen, die zurückgelassen wurden. Ausgrenzung und Diskriminierung, Erosion von familiären und traditionellen Unterstützungssystemen sowie fehlender Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen sind nur einige der vielen Herausforderungen für ältere Menschen.

Das Thema im Überblick

Die Herausforderungen

Ältere Menschen sind von der globalen Flucht und Migration auf verschiedene Weise betroffen. Sie können aktive Mitgestalter einer freiwilligen Migrationsentscheidung sein oder im Kontext von Konflikten und Krieg zur Flucht gezwungen werden. In jedem Fall ist es wichtig zu verstehen und anzuerkennen, dass lokale Kontexte, der Rechtsstatus und das Geschlecht erhebliche Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit und die Migrationserfahrungen älterer Menschen haben.

Zu Beginn einer Krise werden ältere Menschen oft zurückgelassen, wenn der Rest ihrer Gemeinde und Familie vertrieben oder evakuiert wird. Die Gründe dafür sind vielfältig und umfassen unter anderem die körperliche Einschränkung vieler älterer Menschen, die Heimatverbundenheit und das damit einhergehende Verantwortungsgefühl sowie der Optimismus, dass aufgrund von eventuell bereits überstandenen Krisen auch die aktuelle überwunden wird.

Ältere Menschen, die zurückbleiben, sind die unsichtbarste und am wenigsten unterstützte Gruppe. Sie sind nicht nur von den zahlreichen bewaffneten Konflikten betroffen, sondern auch von den Folgen des Klimawandels, beispielsweise in Form von Dürren und Fluten. Während sie in bewaffneten Konflikten unter Gewalt und Einschüchterung leiden, sind sie meistens von den sekundären Auswirkungen der Naturkatastrophen wie Nachbeben oder steigendem Hochwasser sehr stark betroffen. 

Die Nachlässigkeit von Regierungen und der internationalen Gemeinschaft, sich mit den Problemen älterer Menschen in Zeiten von  Flucht und Migration auseinanderzusetzen, hat schwerwiegende Konsequenzen für die Fähigkeit älterer Menschen, ihre Rechte auszuüben. Diese Fahrlässigkeit beruht auf dem mangelnden Bewusstsein und der Unfähigkeit die spezifischen Herausforderungen älterer Menschen zu verstehen. Ursächlich dafür ist mitunter die Tatsache, dass sie bereits vor der Notlage marginalisiert und unsichtbar waren.

Unser Ansatz

Neben der Durchführung direkter Nothilfemaßnahmen für ältere Geflüchtete setzt sich HelpAge auf internationaler Ebene dafür ein, dass ihre Bedürfnisse in Zeiten der Migration und Vertreibung sichtbar gemacht, anerkannt und bedient werden. Die Arbeit von HelpAge hat sich deshalb auf solche Länder konzentriert, in denen ältere Menschen von den Folgen der Flucht und Migration besonders stark betroffen sind. Im Südsudan, mit seinen fast zwei Millionen internen Geflüchteten, unterstützen wir Projekte zur Versorgungssicherung und ökonomischen Stärkung von älteren Menschen. In Pakistan, mit geschätzten fünf Millionen internen Vertriebenen, erhalten ältere Menschen kostenlose medizinische Behandlung und werden mit den erforderlichen Hilfsmitteln wie u.a. Brillen, Hörgeräten, Rollstühlen und Gehstöcken versorgt. Ihre Einkommenssituation wird durch finanzielle Starthilfen verbessert und trägt damit langfristig zur Existenzsicherung bei. Zudem unterstützen wir in Jordanien, wo rund 750.000 Geflüchtete aus Syrien, dem Irak und Jemen leben, Projekte zur Stärkung des humanitären Schutzes und Reduzierung der Armut von besonders vulnerablen Menschen durch. 

Darüber hinaus spielen ältere vertriebene Menschen und ältere Menschen in der Diaspora eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Beziehungen zu den Herkunftsländern. Sie stellen oft sicher, dass die Lebensweisen und Kulturen der Herkunftsländer in den Transit- und Zielländern erhalten bleiben. Sie fungieren häufig als Unterstützungsnetzwerk für jüngere und neu hinzukommende Migranten.

Da die Altersdimension im Kontext von Flucht und Vertreibung immer augenscheinlicher wird, müssen Entwicklungs- und humanitäre Organisationen, lokale und nationale Regierungen sowie Menschenrechtsorganisationen den Bedürfnissen und Rechten älterer Menschen in allen Phasen der globalen Flucht und Migration eine größere Aufmerksamkeit und Beachtung widmen. 

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