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Altenrechte & Inklusion
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Altenrechte & Inklusion

Viele ältere Menschen leiden unter Ausgrenzung, Diskriminierung, Gewalt und Armut, weil niemand ihre Rechte schützt, sie darüber aufklärt, dass sie verschiedene Rechte besitzen oder sie bei der Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt. HelpAge engagiert sich bei Regierungen, politischen Entscheidungsträgern und internationalen Organisationen, sowie in Arbeitsgruppen dieser Organisationen, wie der „Open-ended Working Group on Ageing“ der Vereinten Nationen (UN-OEWG-A), dass die Rechte älterer Menschen anerkannt, geschützt und gefördert werden. Ziel ist es, die Diskriminierung in allen Lebensbereichen im Alter zu beseitigen und dieses völkerrechtlich verbindlich in einer UN-Altenrechtskonvention (Convention on the Rights of Older Persons) zu regeln. Erst im Jahr 2018 wurden ältere Menschen und ihre spezifischen Bedarfe und Kapazitäten in humanitären Kontexten in einer Resolution der Vereinten Nationen aufgenommen und fanden damit Eingang in die offizielle Literatur der UN. In dieser Entschließung des UN-Wirtschafts- und Sozialrates (UNECOSOC) werden die Mitgliedsstaaten und UN-Agenturen aufgefordert, explizit auf die Bedürfnisse der älteren Menschen zu achten und diese bei der Ausarbeitung ihrer Strategien mit einzuschließen.

Das Thema im Überblick

 Herausforderungen bei Altenrechten & Inklusion:

Ältere Menschen sind in humanitären Krisen und insbesondere Naturkatastrophen häufig die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe. Beispielsweise waren im Jahr 2013 bei Taifun Haiyan auf den Philippinen 38% der Todesfälle  Menschen über 60 Jahre, obwohl sie nur 7% der philippinischen Bevölkerung darstellen. In Nepal waren 29% derjenigen, die beim Erdbeben 2015 ums Leben kamen, über 60 Jahre alt, obwohl der Bevölkerungsanteil älterer Menschen in Nepal nur 8,1% beträgt.
Die Katastrophen zeigen, dass der Anteil der älteren Menschen unter den Todesopfern in keinem Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil steht. Wären alle Altersgruppen gleichermaßen betroffen, müsste der Anteil der Älteren an den Todesopfern genau ihrem Bevölkerungsanteil entsprechen. Der Grund hierfür ist, dass ältere Menschen in der Katastrophenvorsorge und im Katastrophenmanagement nicht oder nur unzureichend berücksichtigt werden.
Ältere Menschen haben Anspruch auf den gleichen Schutz wie andere Bevölkerungsgruppen durch internationale Menschenrechte und humanitäres Recht. Oft aber werden ihre Rechte nicht verwirklicht. Ein gemeinschaftlich selbstverpflichtendes Bewusstsein der Stakeholder für die Rechte und Bedürfnisse älterer Menschen zu schaffen, ist ein entscheidender Schritt, um deren Ausgrenzung zu reduzieren und um sicherzustellen, dass sie ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu führen können.
Untersuchungen und Studien zeigen auf, dass ältere Menschen in Katastrophen- und Krisenfällen ihre Rechte häufig nicht wahrnehmen können, da sie in den Katastrophenvorsorgeplänen nicht als Sondergruppe erfasst und geschützt werden. Während für besonders verwundbare Gruppen, wie Säuglinge, Kinder und Frauen Sonderprogramme der internationalen Gemeinschaft implementiert werden, gibt es bis heute zum Beispiel keine Versorgungspakete, sog. „Response-Kits“ für Ältere, das auf sie abgestimmte Nahrung, Medikamente etc. enthält. 
Aber auch in nicht von Krisen betroffenen Ländern werden insbesondere ältere Frauen marginalisiert und benachteiligt, weil sie zum Beispiel durch traditionelles Recht von ihrem Erbe ausgeschlossen oder daran gehindert werden, Eigentum zu erwerben, sowie einer Arbeit nachzugehen und somit für das Alter vorsorgen zu können. 

 

Unser Ansatz:

HelpAge setzt sich für eine Gesellschaft ein, die Fähigkeiten und Erfahrungen älterer Menschen als gleichberechtigter, aktiver Partner nutzt, würdigt, sowie ihre Rechte achtet. Dafür machen wir uns in vielfältiger Weise stark. Auf lokaler bis hin zu nationaler Ebene beispielsweise unterstützen wir Projekte die alten Menschen helfen, Ausweise oder Geburtsurkunden zu erhalten, wodurch sie befähigt werden, Sozialdienstleistungen zu beantragen oder Hilfsgüter zu empfangen. 
Langfristig bedarf es einer breit angelegten Diskussion und Sensibilisierung für die Bedarfe älterer Menschen und die Anerkennung sowie das Nutzen ihrer wertvollen Fähigkeiten und Erfahrungen auf der Suche nach gesellschaftlichen Zukunftslösungen. Diesen Prozess unterstützt HelpAge zum Beispiel durch die Gründung und Stärkung von Selbsthilfegruppen, die auf lokaler Ebene gegründet werden und von dort aus auf die jeweiligen Distriktregierungen einwirken.   
Dieses können die meisten Länder des Globalen Südens nicht alleine schaffen und benötigen auch in den nächsten Jahren vor allem finanzielle Hilfe und Unterstützung beim Aufbau von sozialen Strukturen durch die internationale Staatengemeinschaft. Neben Maßnahmen zur Förderung sozialer Sicherungssysteme und zur Integration älterer Menschen in die Gesellschaft in den Partnerländern, betreibt HelpAge daher auch Lobbyarbeit in Deutschland und setzt sich beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Verband entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen (VENRO)  gegenüber der Bundesregierung für einen Perspektivwechsel in der Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheitspolitik, sowie zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele, der sog. Agenda 2030 ein.
Um im Krisenfall effektiv und effizient arbeiten zu können, werden zahlreiche Daten benötigt, um bedarfsgerechte Hilfe zu leisten. Häufig werden Statistiken aber nur für die Altersgruppe bis 49 Jahre erhoben und die ältere Generation nicht erfasst. Hier greift die Titchfield - Gruppe ein, die im März 2018 von der Statistischen Kommission der Vereinten Nationen gegründet wurde. Ihr Ziel ist die Entwicklung standardisierter Instrumente und Methoden zur Erstellung altersbezogener und nach Alter aufgeschlüsselter Daten. Die Bundesregierung hat sich der Initiative in 2018 angeschlossen, nachdem HelpAge auf die Vorteile der Titchfield-Gruppe hingewiesen hat. 
Die Ablehnung älterer Frauen und der Rechte älterer Menschen wird häufig als Norm akzeptiert. Das muss sich ändern. Eine geplante sog. „Weltaltenkonvention" (Convention on the Rights of older People) der Vereinten Nationen über die Rechte älterer Menschen würde diese, einschließlich der Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung sowie die Freiheit von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung sichern helfen. Die Förderung und der Schutz der Menschenrechte in Situationen von Gefahr und Vertreibung wird im humanitären Völkerrecht und in Artikel 11 der UN-Behindertenrechtskonvention zwar anerkannt, nicht aber anschließend auf den Kontext des höheren Alters in völkerrechtlich Verträgen zwingend umgesetzt. HelpAge ist daher in der Open Ended Working Group on Ageing der Vereinten Nationen (OEWG-A) aktiv, um mit seinem Netzwerk und weiteren Unterstützern die Verabschiedung eine Altenrechtskonvention zu bewirken. Eine Petition für eine solche Konvention wurde dafür an die Bundesregierung eingerichtet.
               

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              Titchfield Gruppe
              OEWG-A 
              Petition





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