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HelpAge veröffentlicht
Weltalten-Index 2015


Pressemitteilung von HelpAge Deutschland
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Zum Download:

- Index

Osnabrück, 8. September 2015

Das dritte Jahr infolge veröffentlicht die international tätige Hilfsorganisation HelpAge den Weltalten-Index, der die Lebenssituation älterer Menschen weltweit vergleicht. "Die Ungleichheiten verschärfen sich und Sparprogramme treffen in vielen Ländern die Älteren hart", so Michael Bünte, Geschäftsführer von HelpAge Deutschland. Auch europäische Länder seien davon zunehmend betroffen. So sei die Situation Älterer in Griechenland ähnlich schlecht wie in Sub-Sahara Afrika.

Die Alterung der Weltbevölkerung schreitet seit einigen Jahren rasant voran. Pro Sekunde werden zwei Menschen auf dieser Welt 60 Jahre alt und bereits heute gibt es 901 Mio. (12,3% der Weltbevölkerung) ältere Menschen. In nur 15 Jahren wird diese Zahl auf etwa 1,4 Mrd. (16,5%) und bis 2050 auf 2,1 Mrd. (21,5%) ansteigen. Viel Zeit zum Handeln bleibt nicht.

Der Weltalten-Index trägt dazu bei, Risiken der Entwicklung zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Die Schweiz hat es dieses Jahr auf den ersten Platz geschafft. Dort lebt es sich im Alter vergleichsweise am besten. Norwegen, letztes Jahr ganz vorne, ist dieses Jahr auf dem 2. Platz. Dicht dahinter liegen Schweden (3) und Deutschland (4). Schlusslicht bildet, wie die beiden Jahre zuvor, Afghanistan (96). Bis auf Japan (8) haben es nur westeuropäische und nordamerikanische Länder unter die TOP 10 geschafft. Die 96 erfassten Staaten stellen 91% der älteren Weltbevölkerung dar. Afrika ist mit 11 von 54 Staaten bisher unzureichend im Weltalten-Index repräsentiert.

Ältere auch in den Industrieländern
stark von Sparmaßnahmen betroffen

In Nordamerika und Europa trafen die Sparmaßnahmen im Zuge der Finanzkrise 2008 vor allem die Älteren. In Polen werden die Renten von der Hälfte auf ein Viertel des Durchschnittlohnes sinken und in Spanien wurden sie eingefroren. Die Altersarmut in den USA steigt seit der Rezession kontinuierlich und variiert stark zwischen den ethnischen Gruppen. Die vielfachen Sparmaßnahmen bei der sozialen Sicherheit werden sich negativ auf die Älteren von morgen auswirken.

Ungleichheiten verschärfen sich
Der aktuelle Bericht macht deutlich, dass sich Ungleichheiten zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Ländern verschärfen. Auffällig ist vor allem der Unterschied im Bildungsstand zwischen den zehn besten und den zehn untersten Rängen, der sich im Zeitraum von 1990 bis 2010 um 50% erhöhte.

Frauen sind oftmals doppelt benachteiligt; die Diskriminierung aufgrund des Alters wird durch eine geschlechtsspezifische Diskriminierung verschärft. Die Anzahl der Frauen, die zwischen dem 55.und 64. Lebensjahr einer ökonomischen Tätigkeit nachgehen, ist um rund 27 Prozent geringer als bei gleichaltrigen Männern. Ihr Risiko von Altersarmut betroffen zu sein, ist dementsprechend um ein Vielfaches höher.

Datenlage noch immer unzureichend
Millionen Älterer bleiben in offiziellen Statistiken bislang unberücksichtigt. Es werden beispielsweise nur Frauen bis zum 49. Lebensjahr in Datenerhebungen zur Gewalt gegen Frauen einbezogen. Gewalt, die sich vielfach auch gegen ältere Frauen richtet, bleibt dadurch unsichtbar. Solange Ältere nicht flächendeckend bei Erhebungen berücksichtigt werden, wird die wachsende Bevölkerungsgruppe in Hilfsmaßnahmen und politischen Programmen weiterhin marginalisiert und benachteiligt. In afrikanischen Staaten bestehen dabei aktuell die größten Defizite.

Investitionen lohnen sich
Der Index macht klar, dass Regierungen, die sich mit entsprechenden Maßnahmen auf die Alterung der Gesellschaft einstellen, besser abschneiden. Besonders Investitionen in Bereiche, die die Unabhängigkeit Älterer stärken, werden sich für die Älteren von morgen auszahlen und ihre Lebenssituation effektiv verbessern. Diese Bereiche umfassen Gesundheit, Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Dort wo beispielsweise Sozialrenten (steuerfinanzierte Renten) eingeführt oder das Gesundheitssystem verbessert wurde sowie Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere bestehen, ist die Situation der Älteren deutlich besser.

Weitere Fakten 2015 im Überblick:


Kontakt:
Michael Bünte/Geschäftsführung
Tel. 0541 - 580 540 65 oder 0178 - 730 16 43
Email: info@helpage.de

Drucktaugliche Grafiken zum Download:
(Um den Download zu starten einfach auf die Grafik klicken ...):




Weitere - auch interaktive - Infos finden Sie in Englisch hier.


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