Jede Oma zählt
Jemen (c) Rod Waddington
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Jemen

Im Jemen herrscht derzeit eine der größten humanitären Krisen weltweit. Aktuell sind rund 22 Millionen Jemeniten – und damit fast 80% der Gesamtbevölkerung – auf humanitäre Überlebenshilfe angewiesen. Etwa zwei Millionen Menschen sind innerhalb des Jemens auf der Flucht vor Gewalt, Armut und Hunger, die durch den Krieg verschärft wurden. Ein Drittel der Bevölkerung des Landes ist akut vom Hungertod bedroht.

Das Gesundheitssystem im Jemen ist durch den andauernden Konflikt sehr stark geschwächt. Während lebensbedrohliche Krankheiten wie Cholera und Diphtherie ausgebrochen sind, fehlt es an Medikamenten und Gesundheitseinrichtungen. Der anhaltende Konflikt verhindert, dass medizinische Hilfsgüter, Wasser und Lebensmittel die Betroffenen erreicht. Besonders gefährdet sind ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen, die täglich lebenswichtige Medikamente benötigen. So müssen beispielsweise Insulinpräparate für Diabetes gekühlt werden, damit sie wirksam bleiben. So sind Medikamente, selbst wenn sie verfügbar sind, oft unbrauchbar.

Eine aktuelle Analyse von HelpAge im Jemen hat gezeigt, dass:
- 95% der älteren Frauen und Männer keinerlei Einkommen haben;
- sich nur 2% der Frauen und 3% der Männer dringend benötigte Medikamente leisten können; und
- 50% der älteren Frauen und 60% der älteren Männer gar keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben.

Auch die Zahl älterer Menschen, die an Unterernährung leiden, ist alarmierend hoch. Aufgrund eingeschränkter Mobilität können sie häufig die Stellen nicht erreichen, an denen Lebensmittel verteilt werden.
82% der älteren Frauen, mit denen wir gesprochen haben, sind vollständig von humanitärer Hilfe abhängig, aber nur 21% von ihnen haben Zugang zu ihr. Deswegen muss besonders darauf geachtet werden, dass insbesondere ältere Frauen Zugang zur Hilfe erhalten.

Daten der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2017 zeigen, dass 31% der Cholera-Todesfälle ältere Menschen waren. Gleichzeitig machte diese Bevölkerungsgruppe nur 5% der Verdachtsfälle aus. Es sterben also überproportional viele ältere Menschen an der Krankheit, was unter anderem darauf zurückgeführt werden kann, dass sie schlechteren Zugang zu Hilfsleistungen haben. Auch das mangelnde Einkommen spielt eine Rolle, denn so haben Ältere, die an Cholera erkrankt sind, kein Geld, um andere dafür zu bezahlen, ihnen sauberes Wasser zu holen.

Humanitäre Koordinierungsmechanismen und Organisationen müssen sicherstellen, dass für ältere Menschen und diejenigen, die von ihnen abhängig sind wie z. B. Kinder, individuelle Lösungen erarbeitet werden. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass die spezifischen Probleme von älteren Menschen mit Beeinträchtigungen gezielt adressiert werden. Dies könnte z.B. bedeuten, dass ältere Menschen Zugang zu Bargeldtransfers, Medikamenten für chronische Krankheiten und altersgerechten Nahrungsmittelrationen und -verteilungen erhalten sowie bei Schutzinitiativen einbezogen werden.

Eine ganzheitliche politische Lösung, die zu einem dauerhaften Frieden im Jemen führt, ist unerlässlich. Bis dahin ruft HelpAge die am Konflikt Beteiligten und deren Einflussnehmer auf, das humanitäre Völkerrecht zu wahren und sicherzustellen, dass es keine Angriffe auf Zivilisten oder wichtige Infrastrukturen wie Krankenhäuser gibt. Wir fordern zudem einen leichteren, sicheren und nachhaltigen humanitären Zugang, damit Millionen von Menschen die lebensrettende Unterstützung erhalten, die sie dringend benötigen.

1.3

Menschen über 60 (in Mio.)

4.7 2015
9.9 2050

Bevölkerung über 60 (in Prozent)

16

Lebenserwartung über 60 (in Jahren)

n.a.

Rentenempfänger über 65 (in Prozent)

Unsere Projekte: Jemen

Ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen sind einem höheren Risiko ausgesetzt, auf der Flucht zurückgelassen zu werden. Sie werden oft von Behörden und Hilfsorganisationen nicht beachtet, so dass sie kaum Zugang zu Hilfsleistungen haben. Deswegen setzt sich HelpAge dafür ein, dass ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigung in die Arbeit der lokalen und internationalen Organisationen im Jemen einbezogen werden und so ihre Risiken bezüglich Vertreibung, Vernachlässigung und Exklusion minimiert werden. Um dies zu erreichen werden im aktuellen Projekt von HelpAge Lücken in der humanitären Hilfe identifiziert, die Kapazitäten humanitären Personals aus dem Jemen gesteigert, in dem Kontext auch Pilotmaßnahmen finanziert und ein besseres Bewusstsein für die Bedarfe besonders vulnerabler Gruppen geschaffen.

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