Jede Oma zählt
Ärztin im Libanon bei Laboranalyse

Hilfe für ältere syrische Geflüchtete und ihre Familien

Fast zwei Millionen Geflüchtete aus Syrien leben im benachbarten Libanon – und machen dort etwa 25% der Gesamtbevölkerung aus. In keinem anderen Land der Welt ist das Verhältnis so ungleich. Die libanesischen Versorgungsstrukturen sind bereits seit Jahren völlig überlastet, so dass die Zahl der Menschen – sowohl Geflüchtete als auch Einheimische – die auf Humanitäre Hilfe angewiesen sind, stetig steigt.

Überblick

Projektregion:
Laufzeit:
01.01.2016 - 30.04.2020
Thema:
Projektpartner:
HelpAge International (HAI), Amel Association (AMEL), Young Men’s Christian Association of Lebanon (YMCA), Imam Sadr Foundation, Makassed Association
Zielgruppe:
Zivilgesellschaftliche Organisationen, die Gesundheitseinrichtungen betreiben, Geflüchtete aus Syrien, palästinensischen Gebieten und dem Irak sowie besonders vulnerable Libanesen
Geber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Aktion Deutschland Hilft (ADH), Niedersächsisches Umweltministerium

Projektbeschreibung

Die Ausgangssituation

Die Lebensbedingungen Geflüchteter im Libanon verschlechtern sich rapide. Nach mehreren Jahren auf der Flucht sind Ersparnisse und Reserven aufgebraucht während Einkommensmöglichkeiten größtenteils fehlen. Rund 70% der registrierten Flüchtlinge lebten 2015 unterhalb der Armutsgrenze (3,84 USD p.P./Tag), im Vorjahr waren es noch 50%. Als Bewältigungsstrategiesparen und verzichten betroffene Familien, wo es möglich ist. Dies betrifft zum Beispiel den Gesundheitsbereich: Viele Menschen gehen trotz gegebener Notwendigkeit nicht zum Arzt, um Behandlungs- und Medikamentenkosten zu vermeiden. Gerade im Bereich der chronischen oder nicht übertragbaren Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebs ist jedoch eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten und Überwachung von Werten wichtig. Bleibt die Behandlung aus, können vermeidbare Behinderungen wie Blindheit oder durch Amputationen entstehen und das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt immens. Gleichzeitig ist aber auch das libanesische Gesundheitssystem weder auf den demografischen noch auf den epidemiologischen Wandel eingestellt. Die Schwerpunkte liegen weiterhin in der Akutversorgung und Mutter- und Kind-Gesundheit, während bereits jetzt 85% der Todesfälle im Libanon auf die sogenannten „Volkskrankheiten“ zurückzuführen sind.

Das Projekt

Mit Förderung des BMZ, von Aktion Deutschland Hilft und dem Niedersächsischen Umweltministerium unterstützt HelpAge  ein vielseitiges  Hilfsprogramm im Libanon. Mit lokalen Partnerorganisationen (AMEL, YMCA, Makassed) wird vor allem älteren Menschen (ab 40 Jahre) geholfen, die unter chronischen Krankheiten leiden. In Basisgesundheitszentren, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen betrieben werden, schult HelpAge die Mitarbeitenden zu Themen wie „alterstypische Erkrankungen“, „altersgerechte Kommunikation“ oder „sichere Lagerung von Medikamenten“. Dies soll dem Personal der Kliniken helfen, ihre Diagnosen zu verbessern und besser mit den PatientInnen zu kommunizieren. Zudem werden einige der Zentren barrierefrei und altersfreundlich umgebaut, so dass es zum Beispiel einen Wartebereich mit Stühlen oder Handgeländer an Treppen gibt. Da Medikamente wie Insulin häufig gar nicht und andere Medikamente meist nur für die erste Monatshälfte verfügbar sind, stellt HelpAge den Kliniken bedarfsgemäß Medikamente bereit. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die psychosoziale Versorgung (PSS) der PatientInnen. Weil chronische Krankheiten das Risiko für psychosoziale Erkrankungen drastisch erhöhen, ist es wichtig auch Faktoren wie Isolation, Einsamkeit und Trauma-Erfahrung in die Behandlung mitaufzunehmen. Gemeinsam mit AMEL und einer PSS-Gruppe führen wir außerdem ein Pilot-Projekt zum Anlegen von Haus- und Gemeinschaftsgärten durch. Die Erträge daraus sollen das Einkommen der Haushalte aufbessern.



Um eine langfristige Verbesserung der Gesundheit älterer Menschen zu bewirken, arbeitet HelpAge auch mit dem Gesundheitsministerium zusammen, um Lehrpläne für Universitäten entsprechend so anzupassen, dass medizinisches Personal künftig besser auf die typischen Alterskrankheiten eingestellt ist. Zudem werden gemeinsam mit den lokalen Partnern Kampagnen durchgeführt, in denen über die Ursachen chronischer Krankheiten und Präventionsmöglichkeiten aufgeklärt wird. Hier einige Beispiele:



Das Ergebnis

Das Programm ermöglicht die Behandlung von 2.000 Menschen pro Monat, mit den Aktivitäten für psychosoziale Gesundheit werden 5.000 Menschen erreicht.

Was Ihre Unterstützung bringt

Durch die Unterstützung dieses Projekts, ermöglichen Sie besonders vulnerablen Geflüchteten im Libanon den Zugang zu medizinischer Versorgung, eine dauerhafte Verbesserung des Gesundheitssystems und Sie schaffen Perspektiven für Menschen, die seit Jahren auf der Flucht sind.


Zusätzliches Material

Weiterführende Informationen

Aktuelles aus unserem Projekt

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