Jede Oma zählt
Corona Virus

COVID-19: Ältere Menschen weltweit schützen

Die Regierungen müssen sicherstellen, dass ältere Menschen und ihr Recht auf Gesundheit geschützt werden, wenn das Coronavirus - oder COVID-19 - in Ländern mit niedrigem - und mittlerem - Einkommen Fuß fasst. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits jetzt 13 afrikanische Staaten als Hochrisikogebiete eingestuft. Die Sterblichkeitsrate älterer Menschen liegt weit über dem Durchschnitt. Erste Untersuchungen in China, die auf über 44.000 Fällen von COVID-19 basieren, ergaben eine Sterblichkeitsrate von 2,3% für die Allgemeinbevölkerung. Bei der Altersgruppe 70 – 79 Jahre steigt diese Rate auf 8% und bei der Altersgruppe 80+ steigt sie auf fast 15% an.

Jede Reaktion der internationalen Gemeinschaft zur Bewältigung eines Coronavirus-Ausbruchs muss den Schutz älterer Menschen einschließen. Die Statistiken zeigen deutlich, dass diese Gruppe neben denjenigen mit einem schwachen Immunsystem am stärksten gefährdet ist. Regierungen, NGOs und andere Geber müssen sicherstellen, dass sie bei jeder Reaktion vorrangig behandelt werden, indem sie Informationen, Unterstützung und Gesundheitsdienste bereitstellen, wenn nötig.", sagte Justin Derbyshire, Chief Executive Officer von der Hilfsorganisation HelpAge International.

Aus Italien liegen Berichte vor, dass sog. hochaltrige Menschen (über 80 Jahre alt) nicht mehr in Krankenhäusern aufgenommen werden, da das dortige System überlastet ist. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind ältere Menschen aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität oder Armut vom örtlichen Gesundheitssystem abgeschnitten und haben keinen Zugang zu den Gesundheitssystemen und Medikamenten. 

Ältere Menschen müssen über ihr erhöhtes Risikoniveau - insbesondere, wenn sie bereits an gesundheitlichen Vorerkrankungen, wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Bluthochdruck etc. leiden - durch klare, zugängliche Kommunikation informiert werden. Sie sollten darüber beraten werden, welche Schritte sie unternehmen müssen, um sich zu schützen.

Berichte, dass einige Länder in Erwägung ziehen, älteren Menschen eine Gesundheitsbehandlung zu verweigern, sind sehr besorgniserregend. Dies ist eine Zeit für verantwortungsbewusstes Handeln und gegenseitige Unterstützung; nicht eine Zeit, in der ältere Menschen stigmatisiert oder diskriminiert werden, weil sie ein wahrgenommenes Risiko darstellen oder anderen Gruppen mehr Wert beigemessen wird." (Justin Derbyshire, HelpAge International)

Als globales Netzwerk stehen wir mit unseren Partnerorganisationen in mehr als 90 Ländern auf allen Kontinenten in ständigem Kontakt - und somit auch mit Millionen älterer Menschen weltweit. Wir können schnell und präzise reagieren:


HelpAge hat bereits Schutzmasken, Gummihandschuhe und Plastikstiefelabdeckungen für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die für die Öffentlichkeitsarbeit in den Gemeinden zuständig sind, sowie Handdesinfektionsmittel und persönliche Hygienesets, die ältere Menschen benutzen können, bereitgestellt und wird diese Maßnahmen fortsetzen.

Parallel dazu laufen unsere Projekte im Bereich der Gesundheitsfürsorge weiter.

Wir bilden unter anderem weiterhin Pflegepersonal für die häusliche Pflege aus, um Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen den weiten Weg zur nächsten Gesundheitsstation nicht mehr auf sich nehmen können mit medizinischer Hilfe zu versorgen und stellen Medikamenten für deren Behandlung bereit. 

Info: HelpAge Deutschland wurde 2005 in Osnabrück gegründet und setzt sich für die Rechte älterer Menschen ein. Durch unsere Projekte zeigen wir Solidarität und helfen der älteren Generation, ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und ihre Eigenpotentiale durch Selbsthilfe zu stärken. HelpAge ist die einzige Hilfsorganisation in Deutschland, die sich weltweit auf die Förderung älterer Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern konzentriert.

Zur Spendenaktion

Weitere Informationen über unsere Arbeit erhalten sie von:

Lutz Hethey
Geschäftsführer – HelpAge Deutschland
Tel: +49 178 5588766
 
Dr. Jürgen Focke
Senior Advisor Policy & Advocacy
Tel: +49 172 8334730
 
[1] Die WHO hat folgende Länder mit „High Priority“ gekennzeichnet: Algerien, Angola, Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Ghana, Kenia, Mauritius, Südafrika, Tansania, Uganda und Sambia. (Quelle: WHO, March 17th, 2020 https://extranet.who.int/publicemergency)


Veröffentlicht am 18.03.2020