
Themenschwerpunkt
Wissensweitergabe
Daten und Fakten
Kulturelle Vielfalt
- Immaterielles Kulturgut umfasst mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, einschließlich der Sprache als Träger. Des Weiteren werden darstellende Künste, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste sowie Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum hinzugezählt. Auch Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken gehört dazu.
- Jede zweite der rund 6.500 gesprochenen Sprachen weltweit (UNESCO) könnte in den kommenden Jahrzehnten für immer verschwinden. Mehr als 1.400 Sprachen allein in Afrika sind bedroht und könnten innerhalb der nächsten Generation verloren gehen.
- Etwa 3/4 der Weltbevölkerung ist auf traditionelle Behandlungsmethoden, basierend auf überliefertem Erfahrungswissen oder dem Wissen von lokalen HeilpraktikerInnen, angewiesen.
- Viele arme Länder und Produzenten bieten inzwischen containerweise Kunsthandwerk zu Billigtarifen auf den internationalen Märkten an. Es droht ein Ausverkauf von immateriellem Kulturerbe bei ungerechter Preisgestaltung.
- Immaterielles Kulturerbe ist wichtig für die Ausbildung kultureller Identität. Der Mensch und sein Körper als Träger von Formen des Kulturerbes spielt beim Wissenserwerb und bei der Weitergabe dieses Wissens von Generation zu Generation eine große Rolle.
Biologische Vielfalt
- Die biologischer Vielfalt (kurz: Biodiversität) beschreibt die Vielfalt aller lebenden Organismen und Ökosysteme. Dazu gehören die Vielfalt an Lebensgemeinschaften, Lebensräumen und Landschaften, die Artenvielfalt sowie die genetische Vielfalt innerhalb der verschiedenen Arten
- Von den vermuteten 10 bis 100 Mio. Arten unserer Erde - Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen – sind heute lediglich 2 Mio. beschrieben.
- Das "Übereinkommen über die biologische Vielfalt" (engl. CBD) soll seit seinem Inkrafttreten 1993 den Erhalt der biologischen Vielfalt, ihre nachhaltige Nutzung sowie eine gerechte Aufteilung der sich daraus ergebenden Vorteile international regeln, konnten den allgemeinen Biodiversitätsverlust bisher aber nicht aufhalten.
- Der natürliche Reichtum ist nicht nur aus land- und fischereiwirtschaftlicher Hinsicht von unschätzbarem Wert für den Menschen, sondern auch in Medizinischer: Beim Kampf gegen HIV, Krebs, Parkinson und Bluthochdruck greifen Wissenschaftler immer wieder auf natürlichen Wirkstoffe zurück.
- Während in der Vergangenheit noch ca. 7000 Pflanzen- und mehrere tausend Tierarten für die Ernährung genutzt wurden, ernährt sich die Mehrheit der Menschen heute nur noch von 30 Pflanzenarten.
- Die Kartoffel zählt dabei zu den bedeutendsten Grundnahrungsmitteln in den Entwicklungsländern. Kartoffelprodukte machen auch bei uns 2/3 des Konsums aus.
- Mehr als 7000 Kartoffelsorten werden weltweit kultiviert. Alle stammen sie von den peruanischen Andenarten ab. Noch heute finden sich in den Anden 220 Wildarten.
- Um sich von den klimatischen Schwankungen unabhängiger zu machen, züchteten die Andenbauern unzählige Sorten, die noch in Bergregionen zwischen 3000-4500 m Höhe gedeihen.
Links:
Offizielle Seite zur Biologischen Vielfalt des Bundesamtes für Naturschutz (BfN): http://www.bfn.de/0304_biodiv.html
Information und Materialien zur Agrobiodiversität der Kampagne Agrar Koordination: http://www.agrarkoordination.de/projekte/klimaagrobiodiversitaet.html
Hintergrundpapier der Bundesstelle für politische Bildung:
http://www.bpb.de/publikationen/VX5HXE,0,0,Biodiversit%E4t.html
Unterrichtsmaterialien der Bundesstelle für politische Bildung:
http://www.bpb.de/publikationen
Information und Materialien zur Bedrohung der biologischen Vielfalt (Biopiraterie) des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED):
http://www.eed.de/de/de.col/de.col.d/de.sub.41/index.html
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