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Themenschwerpunkt
Wissensweitergabe


Kulturelle Vielfalt

Das überlebenswichtige Wissen der Alten

In vielen Entwicklungsländern wissen die Kinder nur noch wenig von der eigenen Kultur und Tradition. In der Schule lernen sie lesen und schreiben, rechnen und moderne Verhaltensweisen. Für die eigene Sprache und Kultur, den Umgang mit der Natur oder religiös-kulturelle Traditionen, für das Wissen, das über Generationen von den Alten an die Jungen weitergegeben wurde, bleibt da kein Platz mehr. Dabei verfügen alte Menschen über eine Vielfalt an Erfahrungen und Fertigkeiten, die für ihre Gemeinschaften von unschätzbarem Wert sind. So sind z.B. heute noch ca. 3/4 der Weltbevölkerung auf traditionelle Behandlungsmethoden, basierend auf überliefertem Erfahrungswissen oder dem Wissen von lokalen HeilpraktikerInnen, angewiesen.

Praktisches Wissen vermitteln

Durch zunehmende Modernisierung droht die indigene Kultur mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fördert HelpAge die Organisation Waman Wasi. Sie unterstützt einen Club von 30 alten Frauen und Männern im peruanischen Urwaldstädtchen Lamas, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Jungen die indianische Kultur wieder näher zu bringen. Dafür gehen die Alten in die Schulen und vermitteln den Kindern praktisches Alltagswissen und traditionelle Fertigkeiten, wie Töpfern, Weben, Korbflechten, Schneidern, Gärtnern, Heilpflanzenkunde, Tanz, Musik, Flötenspiel oder Kochen. Der Lehrplan wird dadurch lebendiger, das Verhältnis zwischen Alt und Jung wieder enger. Bewährtes Brauchtum und Gemeinschaftsfeste der Indigenas werden nun auch wieder von der jungen Generation gewürdigt.


Kulturelles Erbe bewahren

Für das Überleben der vielen lokalen Wissensschätze ist entscheidend, dass der kulturelle Zusammenhang - Sprache, Brauchtum, Weltanschauung --erhalten bleiben. Mit der "Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes" der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hat die Weltgemeinschaft den Wert alten Wissens inzwischen anerkannt. Zumeist von alten Menschen mündlich überlieferte Traditionen und Lebenspraktiken - Tanz, Musik, Rituale und Feste, aber ebenso bäuerliches Wissen und handwerkliches Können - werden mit der 2006 in Kraft getretenen Konvention geschützt, gefördert, aufgewertet und als Weltkulturerbe weitergegeben. HelpAge macht sich dafür stark, dass die Bundesregierung diese Konvention möglichst umgehend ratifiziert. Mehr als 130 Staaten haben dies längst getan.

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Material:

UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes

Seite der Deutschen UNESCO-Kommission zum immateriellen Kulturerbe

Themenheft der Deutschen UNESCO-Kommission zum immateriellen Kulturerbe

Hintergrundpapier Landwirtschaft & Vielfalt | HelpAge Deutschland



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