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Themenschwerpunkt
Grundsicherung


Gesundheit

Chronische Krankheiten als neue Herausforderung

Der weltweite Alterungsprozess hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheitspolitik in den Entwicklungsländern. Infektionskrankheiten wie Aids, Malaria oder Tuberkulose und Maßnahmen der Familienplanung absorbieren dort derzeit den größten Teil der Ausgaben im Gesundheitswesen. Doch bei zwei von drei Todesfällen weltweit sind schon heute nicht-übertragbare Krankheiten die Ursache.

Alte Menschen leiden besonders häufig unter chronischen Erkrankungen. Dies ist gerade dann fatal, wenn die Betroffenen aus finanziellen Gründen und aufgrund fehlender Mobilität keinen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen haben. Neben fehlenden finanziellen Mitteln spielt auch die fehlende Ausbildung und Sensibilität des Gesundheitspersonals in den meisten Entwicklungsländern bei der schlechten Versorgung alter Menschen eine wichtige Rolle.

Von HelpAge unterstützte Projekte sorgen dafür, dass alte Menschen mit chronischen Krankheiten in Gesundheitsprogramme aufgenommen, dort regelmäßig untersucht und mit Medikamenten versorgt werden. Auch bei der Nothilfe werden die besonderen medizinischen Bedürfnisse der Senioren, die chronisch krank sind, berücksichtigt.

Alte Menschen und HIV/Aids

Die Auswirkungen von HIV/Aids auf ältere Menschen sind dramatisch - und doch weitgehend unbekannt. Es sind die Alten, die sich um Millionen Aids-Waisen kümmern. In vielen Dörfern Afrikas pflegen sie ihre schwerkranken Töchter und Söhne. Sie spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit. Doch ihre gesellschaftliche Leistung und ihre Sorgen werden ignoriert. Im Afrika südlich der Sahara tragen insbesondere ältere Frauen die Hauptlast. Nach dem Tod ihrer Kinder übernehmen sie die Betreuung und Versorgung der Enkel. Obwohl durch die Umstände selbst traumatisiert, fällt ihnen die alleinige Verantwortung für das Wohlergehen der Waisen zu. Dabei haben sie nicht einmal genug, um sich selbst versorgen zu können.

Dass alte Menschen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und durch die Pflege infizierter Familienangehöriger selbst einer stetigen Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, wird zudem weithin übersehen. Selbst in den UN-Statistiken zu HIV-Infektionsraten werden nur Personen zwischen dem 15. und 49. Lebensjahr erfasst.


Senioren werden aktiv

Partner von HelpAge gehen diese Versäumnisse und Mängel an. Sie bieten Unterstützung bei der häuslichen Pflege der Aids-Kranken und Zugang zu Gesundheits- und Bildungsprogrammen. Darüber hinaus gewähren sie Kleinkredite und organisieren Einkommen schaffende Maßnahmen. Sie gründen Selbsthilfeorganisationen und beziehen die dörflichen Gemeinschaften zur Unterstützung alter Menschen mit ein.

Neben der direkten Hilfe macht HelpAge Deutschland zusammen mit seinen Partnerorganisationen Druck auf Regierungen weltweit. Nahezu alle von ihnen haben sich bei der "Weltkonferenz der Vereinten Nationen zu Fragen des Alterns" in Madrid dazu verpflichtet, die Rolle älterer Menschen bei der Fürsorge für Aidswaisen anzuerkennen und sie zu unterstützen. Jetzt gilt es, diese Beschlüsse entwicklungspolitisch umzusetzen.

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MATERIAL:

Ältere bei Gesundheitsversorgung benachteiligt

Positionspapier HIV/Aids - HelpAge Deutschland

Alter und nicht übertragbare Krankheiten

Factsheet Gesundheit und Alter

Artikel "Afrikas verwaiste Großeltern", DIE ZEIT, 12/2010

Artikel "Nimm und entscheide selbst", DIE ZEIT, 12/2009

Artikel "Stille Heldinnen" (Zeitschrift "Entwicklung & Zusammenarbeit")

Begleitheft zur Ausstellung "Stille Heldinnen"


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