Ältere Menschen sind weltweit von Katastrophen besonders betroffen. Sie sind weniger mobil, körperlich schwächer, haben größere gesundheitliche Probleme und werden bei den Hilfsmaßnahmen regelmäßig übersehen. Auch ihr traditionelles Wissen für die Vorhersage von und das richtige Verhalten in Katastrophen wird kaum genutzt.
Die Mehrheit der internationalen Gebergemeinschaft konzentriert sich bei Katastrophen auf die Hilfe für Kinder und Frauen. Alte Menschen werden als Zielgruppe bei Katastrophen meistens übersehen. Die internationale Gemeinschaft stellt kaum finanzielle Mittel für alte Menschen in Katastrophen zur Verfügung.
Mehr als 90 Prozent der weltweiten Katastrophenopfer entfielen in den vergangenen zehn Jahren auf Entwicklungs- und Schwellenländer. Die Folgen von Katastrophen treffen also insbesondere arme Menschen. Ländliche Regionen leiden ebenso überproportional, weil dort Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten meistens unzureichend sind. 60 Prozent der älteren Menschen leben weltweit auf dem Land und sind somit von Katastrophen besonders betroffen.
Die Herausforderungen durch Katastrophen werden in den kommenden Jahren für die internationale Gemeinschaft weiter wachsen. In der Folge der Klimaveränderungen, kriegerischer Auseinandersetzungen und gewaltsamer Konflikte nimmt die Zahl der Katastrophenopfer weltweit immer mehr zu. Im Jahr 2008 starben 240.000 Menschen in der Folge verschiedenster Katastrophen, 95 Prozent davon in Asien. Immer mehr Menschen sind auch von Hungerkatastrophen betroffen, nach Angaben des Roten Kreuzes derzeit weltweit über 220 Millionen. Rund 90 Prozent der Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen oder Dürren sind nach Aussagen der Vereinten Nationen klimabedingt. Künftig werde es wesentlich mehr Tote geben als bisher.