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Gundula Gause
Patin der Aktion "Erfahrung
als Lebensretter"


Bild zum Thema

Themenschwerpunkt HIV/AIDS


Alte Menschen und HIV/AIDS

Die Auswirkungen von HIV/AIDS auf ältere Menschen sind dramatisch – und doch weitgehend unbekannt. Aufklärungskampagnen und Hilfsleistungen ignorieren alte Menschen, ihre Sorgen und Leistungen. Im Afrika südlich der Sahara, weltweit die Region mit dem höchsten Anteil an HIV/AIDS Erkrankter, tragen insbesondere ältere Frauen die Hauptlast. Nach Erkrankung oder Tod ihrer Kinder übernehmen sie die Betreuung und Versorgung der Enkel. Obwohl durch den vorzeitigen Tod ihrer Kinder selbst traumatisiert, fällt ihnen die alleinige Verantwortung für das seelische und körperliche Wohlergehen sowie die wirtschaftliche Unterstützung der Waisen zu. "Meine Enkelkinder sind noch zu klein, um für sich selbst sorgen zu können. Aber mir fehlt das Geld, um ihnen dreimal am Tag Essen zu geben. Das ist sehr traurig und schmerzlich für mich.", klagt die 85-jährige Rosalina Odero mit Tränen in den Augen.
In Teilen Äthiopiens, Mosambiks oder Zimbabwes werden zwei von drei AIDS-Waisen von den Großeltern aufgenommen. Neben der zusätzlichen Belastung für deren Ernährung, kommen auch noch die Kosten für Kleidung und Schulbesuch hinzu. Viel zu viele Kinder müssen nach dem Tod ihrer Eltern den Schulbesuch abbrechen, da die Großeltern ihn nicht bezahlen können.
Aber nicht nur in der Sorge um ihre Enkel werden alte Menschen von Regierung und Gesellschaft im Stich gelassen. Die Politik vergisst sie auch sonst. Die Tatsache, dass sie selbst sexuell aktiv und außerdem durch die Pflege infizierter Familienangehöriger gefährdet sind, wird übersehen. AIDS-Aufklärung benutzt eine moderne Jugendsprache, die alte Menschen nicht verstehen. So können sie die Botschaft auch nicht an ihre Enkel weitergeben. Die HIV-Infektionsrate von Menschen über 50 Jahre ist selten bekannt. In der Regel führen die Statistiken als letzte Altersgruppe "bis 49 Jahre". Partner von HelpAge gehen gegen diese Versäumnisse und Mängel an. Sie unterstützen z.B. einkommenschaffende Maßnahmen und Kleinkredite, Gesundheits- und Bildungsaktivitäten, die häusliche Pflege, direkte Hilfeleistungen für bedürftige alte Menschen, die Gründung von Selbsthilfeorganisationen oder die Einbeziehung der dörflichen Gemeinschaften zur Unterstützung alter Menschen.
Neben der direkten Hilfe macht HelpAge Deutschland zusammen mit seinen Partnerorganisationen im weltweiten Netzwerk HelpAge International Druck auf die Regierungen in Süd wie Nord. Die konventionelle AIDS-Politik muss sich ändern. Menschen über 50 Jahre müssen bei der Aufklärung angemessen berücksichtigt und bei der Betreuung ihrer Angehörigen unterstützt werden. Nahezu alle Regierungen haben im Jahr 2002 die Beschlüsse der "Weltkonferenz der Vereinten Nationen zu Fragen des Alterns" in Madrid unterschrieben. Darin verpflichten sie sich, die Rolle älterer Menschen bei der Fürsorge für AIDS-Waisen anzuerkennen und sie zu unterstützen. An HIV/AIDS erkrankte alte Menschen sollen z.B. statistisch erfasst und besser mit Medikamenten versorgt werden. Jetzt gilt es, unsere Regierung beim Wort zu nehmen und die Beschlüsse in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit umzusetzen. Dabei will HelpAge Deutschland durch Lobby- und Informationsarbeit einen Beitrag leisten.


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