
Weltwassertag 2011
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Afrika, Wasser und die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs)
Die Kampagne hat das Ziel zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) beizutragen. Wasser (der Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Problematik der Verschmutzung von Wasser, von Dürre und Überschwemmungen und Versalzung) ist ein zentraler Gegenstand der MDGs.
Viele der Millenniumsziele, wie zum Beispiel die Verringerung der Kindersterblichkeit, die Gleichberechtigung der Geschlechter oder die Verbesserung der Ernährungssicherheit, sind ohne sauberes Wasser, ohne Basissanitärversorgung und ohne ein besseres Wasserressourcenmanagement nicht erreichbar.
Afrika ist am stärksten von Hunger und Wassermangel betroffen. Somit wird es auch im Wesentlichen von einer Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika abhängen, ob die MDGs erreicht werden können.
MDG 1 - Verminderung von extremer Armut und Hunger um die Hälfte
Schätzungen der Weltbank für den Zeitraum von 1981 bis 2005 zeigen, dass die bisherigen Erfolge bei der Verringerung der Armut vor allem durch das schnelle Wirtschaftswachstum in China und Ostasien erzielt wurden. Der Anteil der extrem Armen an der Weltbevölkerung sank nach den revidierten Zahlen von 42 Prozent auf knapp 26 Prozent. Die regionalen Unterschiede sind jedoch erheblich.
In Afrika südlich der Sahara ist der Anteil der Armen seit 1990 um lediglich fünf Prozentpunkte auf 50 Prozent im Jahr 2005 gesunken. Zwar sind Wirtschaft und reales Pro-Kopf-Einkommen in der Region in den letzten Jahren stetig gewachsen, aber das sehr hohe Bevölkerungswachstum hat dazu geführt, dass trotz sinkenden Anteils die absolute Zahl der Armen in den vergangen Jahren um 100 Millionen Menschen gestiegen ist. Die drastisch gestiegenen Nahrungsmittel- und Energiepreise und die Folgen von Klimawandel, Wasserknappheit und Finanzmarktkrisen drohen den Negativtrend zu verstärken.
Damit wird es für die Region südlich der Sahara nahezu unmöglich, das Ziel der Armutshalbierung bis 2015 zu erreichen.
MDG 4 – Senkung der Kindersterblichkeit
Soll das MDG 4 - Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel bis 2015 - erreicht werden, so muss auch die Wasserproblematik berücksichtigt werden.
Am dramatischsten ist die Situation in Subsahara-Afrika, wo 157 von 1000 geborenen Kindern ihren fünften Geburtstag nicht erleben (2008, 1990: 184). In 27 Ländern, der Großteil davon in Afrika südlich der Sahara, konnte die Kindersterblichkeit nicht gesenkt werden. Gute Fortschritte wurden dagegen in Südostasien (Reduzierung um 55 Prozent), Nordafrika (um 57 Prozent) sowie Lateinamerika und der Karibik (um 51 Prozent) gemacht. Das internationale Ziel für 2015 ist eine Rate von höchstens 59 Todesfällen pro 1000 Geburten.
MDG 5 – Verbesserung der Gesundheit von Müttern
Zugang zu sauberem Trinkwasser ist auch ein wichtiger Faktor zur Erreichung des MDGs 5 (Reduzierung der Müttersterblichkeit um drei Viertel). Mehr als 500.000 Frauen sterben jedes Jahr während der Schwangerschaft oder der Geburt ihres Kindes. Mehr als 99 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Dort lag die Zahl der Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten im Jahr 2005 im Durchschnitt bei 450.
Aber es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen. Im Afrika südlich der Sahara war die Rate im Jahr 2005 mit 900 am höchsten. Das Risiko für eine Frau, während einer Entbindung zu sterben, liegt damit in einem afrikanischen Land südlich der Sahara bei 1:16 verglichen mit 1:3800 in einem Industrieland. Im Mittleren Osten und Nordafrika lag die Müttersterblichkeitsrate bei 160, in Südasien bei 490 pro 100.000 Lebendgeburten. Zusätzlich zur besseren medizinischen Versorgung sind auch ausreichend Nahrung und Wasser entscheidend für die Gesundheit der Frauen.
MDG 6 – Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten
Neben der Verhinderung der Erkrankung an HIV/Aids und dem Zugang zu Medikamenten wird es auch von einer ausreichenden Wasserversorgung und einer ausreichend guten Ernährung abhängen, ob das MDG 6 erreicht und die Gesundheit der HIV-Infizierten verbessert werden kann.
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