SPENDEN | MITMACHEN | STARTSEITE | ÜBER UNS | AKTUELLES | LINKS | MATERIALIEN | KONTAKT | JEDE OMA ZÄHLT


Bild zum Thema
   

Waman Wasi - Peru

Projektbeschreibung
Hintergrund
Die weisen Großmütter in Peru
Die weisen Großmütter in Peru (II)

Projektbeschreibung

Die alten Weisen
"Wenn wir nicht etwas unternehmen, wird es die Sprache, die Bräuche und Traditionen der Kechua Lamas bald nicht mehr geben", stellte Don Augusto aus Lamas in der Provinz San Martin eines Tages besorgt fest. "Was ich nicht an meine Nachkommen weitergebe, wird mit mir gehen, wenn ich sterbe." Seine Enkelkinder wissen nur noch wenig von dem, was die indigene Kultur in Peru ausmacht. In der Schule lernen sie spanisch lesen und schreiben, rechnen und moderne Verhaltensweisen. Für die eigene Sprache und Kultur, den Umgang mit der Natur oder religiös-kulturelle Traditionen, für das Wissen, das über Generationen von den Alten an die Jungen weitergegeben wurde, bleibt da kein Platz mehr ...

Mit der »Schule des Lebens« das traditionelle Wissen bewahren
Don Augusto wollte dies ändern und gründete vor vielen Jahren zusammen mit 30 anderen alten Frauen und Männern einen Club, der stetig anwuchs. Mit Hilfe der lokalen Organisation Waman Wasi bauten die alten Weisen in 20 Dörfern sukzessive ihre »Schule des Lebens« für die Jüngeren aus, um lebendig und praktisch ihre Kultur zu pflegen: über regelmäßiges Töpfern, Spinnen, Weben, Korbflechten, über Gärtnern, Kochen und Heilpflanzenkunde, aber auch mit Hilfe von Tanz und Musik oder mehrtägigen Exkursionen in abgelegene Gebiete auf der Suche nach nutzbaren Wildpflanzen, Salzstellen oder Fischgründen. Die Alten zusammen mit den ganz Jungen, innerhalb der Nachbarschaft oder dorfübergreifend. Das Schulen traditioneller Fertigkeiten fand und findet teilweise innerhalb des regulären Schulunterrichts statt, vor allem aber in den Nachmittagsstunden und an Wochenenden während der in den Dörfern so wichtigen Gemeinschaftszeit, oder bei Festen und wichtigen rituellen Anlässen des landwirtschaftlichen Jahreszyklus.

Waman Wasi, ein HelpAge Partner der ersten Stunde, unterstützt die kulturelle Selbstbestimmung der Kechua Lamas (oder Quechua Lamas) und fördert ihre indigenen Weltanschauung und umweltfreundliche Agrartechnologie seit 2002. Die dazu initiierten und begleiteten Maßnahmen auf dem Gebiet der interkulturellen Erziehung, Landwirtschaft, kommunalen Waldbewirtschaftung, der einheimischen Handwerkskunst und des Umweltschutzes sind ohne die natürliche Biodiversität als Basis nicht denkbar.

HelpAge und Bingo fördern tropische Nutzpflanzenflora
Der nutz- und essbare, kultivierte oder wilde Pflanzenreichtum steht auch im Fokus der aktuellen HelpAge-Förderung, die sich mit Mitteln der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung nun ganz der Systematisierung und Weiterverarbeitung traditioneller Nahrungs- und Heilpflanzen widmet. Die Wissensweitergabe an die Jüngeren ist fester Bestandteil der Aktivitäten, bei denen gut 100 alte Menschen sowie 325 Kindern und Jugendliche sowie ggf. weitere Gemeindemitglieder über Treffen, Workshops und Feldarbeit die Nutzpflanzen der Umgebung katalogisieren, zu Gerichten und pflanzlichen Heilmitteln weiterverarbeiten und mit Hilfe des Projektpartners über Publikationen, Videos und eine regelmäßige Radiosendung weiter bekannt machen. Das Nutzen der Pflanzen geht dabei natürlich über ihr einfaches Verarbeiten hinaus, denn es sind die secretos, die Geheimnisse um das "Wie" von Gebrauch und Konservierung, die das geballte Wissen der betagteren Experten widerspiegeln: Bestimmte körperliche Anwendungen dürfen nur zu bestimmten Zeiten erfolgen, wobei der Mondkalender eine Rolle spielt, aber auch andere "Zeichen" gelesen werden müssen. Das geht nicht ohne die notwendige, oft langjährige Erfahrung und Sensibilität für den Rhythmus der pachamama, von Mutter Natur.

Ein Highlight der neuen Projektphase ist der alljährliche Partneraustausch mit Vertretern des HelpAge-Partners CMA in Südperu. Dort dreht sich ebenfalls alles um Nutzung der einheimischen Pflanzenvielfalt durch Senioren und interessierte Heiler, nur ist diese eben hochandiner Natur und den Tiefländern oftmals neu.

Durch die Unterstützung dieses Projektes können Sie dazu beitragen, dass das Wissen der Alten über traditionelle Medizin oder angepassten Landbau in Lamas nicht verloren geht. Für die Bewältigung der aktuellen Probleme ist dieses Wissen von großer Bedeutung.


Die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de.



MATERIAL:

Flyer "Die alten Weisen"


____________________________________________________________

<< 1 | 2 | 3 | 4 | >>
Zum Seitenanfang Seite 1