
Projekt: RIC Bangladesh
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Seite : Material
RIC BangladeshProjekt zur Katastrophenprävention angelaufen
Das Auswärtige Amt unterstützt mit 140.000 Euro ein neu angelaufenes Projekt der Katastrophenprävention in Bangladesch, das besonders alte Menschen als Akteure stärken soll. Das 15monatige Projekt findet in Küstenregionen statt, die stark katastrophenanfällig sind.
Bangladesch gehört zu den Least Developed Countries, den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Rund drei Viertel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, etwa ein Drittel gilt als extrem arm. Laut Index der menschlichen Entwicklung nimmt Bangladesch Platz 137 von 177 Ländern ein. Monsunregen, Hochwasser und Wirbelstürme führen in Bangladesch regelmäßig zu Überflutungen und forderten seit 1970 mehrere Zehntausend Todesopfer.
Das Land zählt zu den drei am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern der Welt. Wenn der Meeresspiegel wie befürchtet ansteigt, wird bis 2030 ein Drittel der Gesamtfläche des Landes im Meer verschwinden. Dabei gehen nicht nur große Anbauflächen verloren, es werden immer wieder Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Studien gehen davon aus, dass aus den dicht besiedelten Küstenregionen möglicherweise 75 Millionen, rund die Hälfte der Einwohner des Landes, durch den Anstieg des Meeresspiegels und durch tropische Stürme vertrieben werden könnten. Diese würden sich aufgrund der ohnehin hohen Bevölkerungsdichte voraussichtlich nicht in Bangladesch, sondern in Nachbarländern ansiedeln. Spannungen wären dann absehbar. Hier sind die Konsequenzen des Klimawandels für Sicherheit und für die Krisenanfälligkeit deutlich auszumachen.
Ältere Menschen sind weltweit bei Katastrophen besonders betroffen. Sie sind weniger mobil, körperlich schwächer, haben größere gesundheitliche Probleme und werden bei den Hilfsmaßnahmen regelmäßig übersehen. Auch ihr traditionelles Wissen für die Vorhersage von und das richtige Verhalten in Katastrophen wird kaum genutzt. Auch in Bangladesch trifft dies zu. Ältere Menschen werden in den Maßnahmen zum Katastrophenmanagement bisher kaum berücksichtigt, weder in ihrer Rolle als Opfer noch mit ihren Fähigkeiten im Bereich von Prävention und Nothilfe.
Zielsetzung des Projektes ist es, diese Kenntnisse und Fähigkeiten alter Menschen bei der Katastrophenvorsorge stärker einzusetzen und zu fördern. Dazu sollen Seniorenkomitees gebildet werden, deren Mitglieder in der Katastrophenprävention und im Katastrophenschutz ausgebildet werden. Bei der Entwicklung lokaler Aktionspläne für das Katastrophenmanagement sollen die speziellen Bedürfnisse alter Menschen besonders berücksichtigt werden. Insgesamt sollen 35.000 alte Menschen mit ihren Familienangehörigen in 190 Dörfern erreicht werden.