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Lessan - Indonesien

Projektbeschreibung
Hintergrund

Projektbeschreibung

Das Wissen der Alten kann Leben retten

Ein Unglück, das nachwirkt
Auch mehr als zwei Jahre nach dem letzten schweren Ausbruch des Merapi-Vulkans auf der Insel Java bestimmen die Folgen dieser periodisch wiederkehrenden Naturkatastrophe immer noch die Arbeit unseres lokalen Partners Lessan. So zeigte sich besonders im Hinblick auf die alten Vulkananwohner, wie schlecht diese auf das Unglück im Herbst 2010 vorbereitet waren und in den Auffanglagern betreut wurden. Zudem ergab eine 2012 durchgeführte Befragung der alten Menschen in den Projektdörfern, dass diese noch immer unter den psychischen Folgen des Unglücks leiden. Die individuelle, z.T. sogar traumatische Beeinträchtigung durch Angst, Depression, Appetit- und Schlaflosigkeit oder Bluthochdruck führt dazu, dass sich die Alten immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurückziehen. Diese Isolation wird einerseits von der Dorfbevölkerung nicht registriert, andererseits aus Unwissen heraus als deren normales Altersleid abgetan oder sogar von der Dorfjugend verhöhnt, z.B. durch das Zündeln von Feuerwerkskörpern vor den Häusern beeinträchtigter, verschreckter Alter. Ein weiteres Erodieren des Respekts gegenüber der Rolle und dem Wissen der Alten ist die Folge.

Von der Katastrophenvorsorge
zum intergenerationellen Miteinander

Lessan hatte sich in der Mitte 2012 abgeschlossenen letzten Projektphase auf die Verbesserung eines altengerechte Katastrophenmanagements konzentriert und zudem die seit 2008 von HelpAge unterstützen monatlichen Nahrungsmittelverteilungen und Gesundheits-Check-Ups der 250 alten Merapi-Anwohner aus 4 Dörfern weitergeführt. So wurden u.a. 30 Altenpromotoren während einer 2,5-tägigen Trainingsmaßnahme mit eigens entwickeltem Material und der Hilfe von Ärzten und Psychologen für eine verbesserte, altengerechte Katastrophenvor- und -nachsorge geschult. Außerdem konnten Aufforstungs- und Kunsthandwerksaktivitäten mit den Alten auch dabei helfen, das regionale Kleingewerbe wieder anzukurbeln und die natürliche Schutzzäune aus Salak-Bäumen zu renaturieren.

In der aktuellen Projektphase möchte Lessan sich auf die Klassen 1 bis 6 der örtlichen vier Schulen konzentrieren und diese zu "altenfreundlichen" Institutionen aufbauen. Schüler und Lehrer sollen durch Multiplikatoren-Trainings und eine entsprechende Nachbegleitung für den Alterungsprozess, allgemeine Altenrechte sowie Wissensweitergabe und gegenseitiges Verständnis zwischen den Generationen sensibilisiert werden. Im Dialog mit den Älteren, die einerseits an die Schulen kommen und andererseits im Rahmen monatlicher Schüler-Senioren-Aktionstage Zuhause besucht werden, sollen die Jüngeren aber auch lernen, besser auf die immer noch vom Ausbruch beeinträchtigen alten Menschen einzugehen und mit ihnen sinnvoll Zeit zu verbringen, um sie aus ihrer Isolation zu befreien. Durch die gezielte Ansprache der Enkelgeneration und ihrer - öffentlich hoch angesehenen Erzieher - erhofft sich Lessan einen Ausstrahlungseffekt auf deren Familien und schließlich auf die gesamte Dorfgemeinschaft im Allgemeinen. Daneben wird die monatliche Nahrungsmittel- und Gesundheitsunterstützung fortgesetzt.


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