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Humanitärer Schutz für
ältere Menschen und
Menschen mit Behinderungen

Projektbeschreibung
Hintergrundinformationen

Hintergrundinformationen

Situation in Jordanien

Seit Beginn der Syrienkrise wird das Land Jordanien mit der Ankunft einer großen Anzahl Geflüchteter konfrontiert. Etwa 15% der Gesamtbevölkerung Jordaniens sind derzeit geflüchtete Menschen. Diese Zahl spiegelt jedoch nicht die Tausenden von Menschen wider, die sich aus Angst vor negativen Konsequenzen durch die Registrierung nicht registrieren lassen. Die Anzahl nicht registrierter Geflüchteter beträgt unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 140.000 und 650.000 Menschen. Jordanien steht weltweit auf dem 6. Platz der Länder, die am meisten Geflüchteten aufnehmen. Die Anzahl der ankommenden Menschen hat Auswirkungen auf die ökonomische Situation im Land, welche bereits vor der Syrienkrise als schwierig galt. Somit steigt der Druck auf das Land mit seinen ohnehin knappen Ressourcen stark an. Dieses zeigt sich u.a. in steigenden Arbeitslosenzahlen, einer mangelnden Gesundheitsversorgung der Menschen und an einem starken Anstieg von Mietpreisen, die in bestimmten Gegenden bereits um bis zu 300% gestiegen sind. Als Folge sind sowohl Einheimische als auch Geflüchtete bezüglich Nahrungsmittelsicherung, humanitärem Schutz, allgemeinen Lebensbedingungen, sowie der sozialen Integration dauerhaft gefährdet. In Jordanien leben derzeit etwa 500.000 Menschen im Alter über 60 Jahre, was einen Anteil von 5,4% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Dieser Anteil wird sich gemäß Global Age Watch Index bis 2030 bzw. 2050 auf 8,6 bzw. 15,4% erhöhen. Nach aktuellem Stand des UNHCR (März 2017) sind rund 25.000 (4%) der registrierten Flüchtlinge 60 Jahre alt oder älter. Davon sind etwa 60% Frauen. Zudem sind unter den registrierten Flüchtlingen rund 19.000 (3%) Menschen mit Behinderungen. Gerade diese vulnerablen Menschen benötigen besondere Unterstützung und Aufmerksamkeit, da sie häufig mit Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert sind. Die lange Flucht, mangelnde Einkommensmöglichkeiten und steigende Kosten haben zu einer Ausschöpfung der eigenen Ressourcen der Geflüchteten geführt, so dass sie stark von externen Hilfsleistungen abhängig sind.

Mit Inkrafttreten des Jordan Compact in 2016 haben 38.000 registrierte syrische Geflüchtete in Jordanien kostenlos eine Arbeitsgenehmigung erhalten, mit der sie eine formale Beschäftigung aufnehmen können. Dies ist ein erster wichtiger Schritt zur Sicherung der Einkommensmöglichkeiten und somit Verbesserung der Lebensbedingungen Geflüchteter in Jordanien. Allerdings profitieren hiervon oftmals nicht die ältere Bevölkerung sowie vulnerable Menschen, so dass deren Armut und Ausgrenzung weiter bestehen bleibt. Zudem besteht durch den Compact auch ein Druck auf die einheimische Bevölkerung. Hier sind von dem „Wettkampf“ um Arbeitsplätze vor allem die schon vorher besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen in Jordanien betroffen. Im Zeitraum 2011 bis 2014 ist die Arbeitslosigkeit unter Einheimischen in den jordanischen Regionen mit den höchsten Anteilen syrischer Zuwanderung von 14,5 auf 22,1% gestiegen.

Niemanden zurücklassen

Mit der Formulierung "Niemanden zurücklassen" im Rahmen der im Jahr 2015 verabschiedeten nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen besteht die Forderung nach einem inklusiven Ansatz. Das bedeutet, dass alle Menschen, so auch ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, ein Teil der formulierten Entwicklungsziele sind und berücksichtigt werden sollen. Gerade die Zielgruppe der älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen wird durch Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit oftmals nicht in ausreichendem Maße erreicht. Hier setzt das innovative, von HelpAge unterstützte Projekt in Jordanien an. Mit dem übergeordneten Ziel des Projektes, lokale Hilfsorganisationen im Land zu unterstützen die Thematik der Inklusion älterer Menschen in ihre Maßnahmen einzubeziehen, wird ein inklusiver Ansatz verfolgt. So kann letztendlich die Situation älterer und behinderter Menschen im Land verbessert und ihre Armut reduziert werden.


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