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CMA - Peru

Projektbeschreibung
Hintergrund

Projektbeschreibung

Altes Wissen frisch verzapft
Im Rathaus der Gemeinde Chacán herrscht Hochbetrieb. Im Versammlungssaal haben sich über ein Dutzend betagte Gemeindemitglieder um einen großen Tisch versammelt, auf dem mehr und mehr Heilkräuter ausgebreitet werden. Minze, Kamille, Eukalyptus, Malve und Rosmarin sind darunter, aber auch der andine molle-Strauch und sowie weitere Kräuterschätze aus dem peruanischen Hochland. Sie werden von den alten Frauen und Männern zunächst sortiert, dann zerkleinert und schließlich in Flaschen mit Alkohol gefüllt. So konserviert, geben sie eine einfache Medizin für Kopfweh oder Magenbeschwerden ab, die jeder Zeit, je nach Verfügbarkeit der Inhaltstoffe in der näheren Wohnumgebung, problemlos aufgefüllt werden können. Und die Basis für eine gemeinschaftlich betreute Dorfapotheke bilden…


Die Kraft der Pflanzen
Die Organisation Centro de Medicina Andina (CMA – Zentrum für andine Medizin) war Anfang der 1980er Jahre, als sie in der ehemaligen Inka-Hauptstadt Cuzco gegründet wurde, die erste peruanische Institution überhaupt, die sich der Wiederbelebung der traditionellen andinen Volksmedizin widmete. Dabei ist sie seit Beginn ihrer Arbeit in den Departments Cuzco, Puno und Apurimac bestrebt, den vorwiegend schulmedizinischen Service der ländlichen Gesundheitsstationen durch traditionelles andines Wissen zu bereichern. Einerseits, um das alte, wertvolle Know-How nicht aussterben zu lassen, andererseits, um die Gesundheitsleistungen wirtschaftlich und kulturell an die Bedürfnisse der ländlichen Quechua-Bevölkerung anzupassen. Heute engagiert sich CMA schwerpunktmäßig im Bildungssektor, d.h. veranstaltet Kurse, Workshops und Seminare rund um die andine Medizin für Fachleute und Laien aus dem Gesundheitssektor. Darunter sind auch immer wieder alte Gemeindemitglieder, die besondere Kenntnisse oder Wissbegier mitbringen.

HelpAge und Bingo fördern Wiederentdeckung andiner Naturmedizin
CMA konnte im Herbst 2012 mit der Unterstützung von HelpAge in sechs Dörfern der Gemeinde Chacán (ca. 40 km von Cuzco entfernt) seine erste Projektmaßnahme exklusiv für Ältere starten. Dank einer zweijährigen Finanzierung durch die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung werden die Seniorenaktivitäten seit Mitte 2014 weiter ausgebaut und vernetzt. So haben 130 alte Menschen die Möglichkeit, ihr traditionelles Wissen über die Nutzung und den Anbau von Heil- und Nutzpflanzen praktisch und gemeinschaftlich umzusetzen. Das hat nicht nur positiven Einfluss auf ihre soziale Integration innerhalb der Dorfgemeinschaft, sondern auch auf ihre Lebenssituation. Die ist oftmals von Einsamkeit und einer unzureichenden Gesundheitsversorgung bestimmt. Im Rahmen des Projektes kommen die Alten über ihre neu gegründete und im peruanischen Vereinsregister bereits eingetragene Altengruppe Asociación de Adultos Mayores del Centro Poblado de Chacán Anta regelmäßig zusammen. Beispielsweise, um durch Treffen ihr traditionelles Wissen zur andinen Volksmedizin zu teilen bzw. wiederzubeleben. Untereinander, aber auch im Austausch mit traditionellen Heilern aus der Umgebung. Oder, um den großen Gemeinschafts-Heil- und Nutzpflanzengartens selbst zu bewirtschaften. Durch die Zusammenarbeit mit Gesundheitspromotoren werden sie angeleitet, ihre Heilpflanzen weiterzuverarbeiten, in kleinen "Dorfapotheken" zu bevorraten und über eine kleine Broschüre und ein Heilpflanzenregister ihr Wissen anderen zugänglich zu machen. Die einzelnen Kräuter werden nicht nur im Gemeinschaftsgarten kultiviert, sondern teilweise auch in der Umgebung wild gesammelt. Doch nicht nur die Gesundheit steht im Fokus des Projektes, sondern auch eine verbesserte Ernährung: so können die selbst angebauten Nutzpflanzen bei größeren Zusammenkünften zu einem reichhaltigen Mahl verkocht werden. Ausgewählte Altengruppenmitglieder erhalten zudem verbesserte Öfen und Hühner. Ein Highlight der neuen Projektphase ist der alljährliche Partneraustausch mit Vertretern des HelpAge-Partners Waman Wasi in Nordperu. Dort dreht sich ebenfalls alles um Erhalt und Nutzung der einheimischen Pflanzenvielfalt durch Senioren und wissbegierige Kinder, nur ist diese eben tropischer Natur und den Hochländern oftmals neu.

Die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de.


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