
Klimawandel und Dürre
in Äthiopien
Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der Stiftung NAK karitativ führt HelpAge im Osten Äthiopiens ein Dürreprojekt durch. Dort haben derzeit 1,9 Millionen Menschen akuten Bedarf an Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung. 60.000 Menschen werden über vier Monate mit Trinkwasser und anderen Hilfsgütern versorgt. Über 400.000 Euro werden in die Beschaffung von Trinkwasser, die Rehabilitation von Brunnen, die Verteilung von Wasserkanistern, den Bau von Latrinen und Aufklärungsmaßnahmen investiert. Damit soll das Überleben der Bevölkerung in einer kritischen Phase nach einer langen Dürreperiode gesichert werden.
Alte Menschen machen etwa 10-15 Prozent der Begünstigten aus. Sie übernehmen zunehmend Verantwortung für das Überleben der Familien, während die mittleren Generationen auf der Suche nach Weidegründen und Arbeit in andere Regionen abwandern. Die Älteren müssen dabei insbesondere auch für die jüngsten Familienmitglieder sorgen. Gleichzeitig sind die alten Menschen aber auch gesundheitlich besonders belastet und leiden oftmals unter körperlichen Einschränkungen, die sie besonders anfällig für die aktuelle Situation machen.
Vor April sind keine ausreichenden neuen Regenfälle zu erwarten. In den vergangenen sechs Jahren hat der Tierbestand bedrohlich abgenommen. Durch das zunehmende Tiersterben leiden die Nahrungsmittelsicherheit und die Überlebensfähigkeit weiter; die Viehpreise brechen ein und Einnahmemöglichkeiten für die Bevölkerung gehen damit dramatisch zurück. Die Versorgung mit Fleisch und Milch/Milchprodukten ist extrem gefährdet und verschärft die Nahrungsmittelunsicherheit. Die Überlebensfähigkeit der Bevölkerung hat in den vergangenen Jahren zudem kontinuierlich abgenommen, weil die klimatischen Katastrophen in immer kürzeren Abständen erfolgen und keine Erholungszeiten für den Tierbestand und die landwirtschaftliche Produktion mehr ermöglichen.