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Soforthilfe Äthiopien

Dürre in Äthiopien
Hintergrundartikel

Dürre in Äthiopien

"Wir sind jetzt von Nahrungsmittelhilfe abhängig"

Dida Guyo Buba (Foto rechts: John Cobb/HelpAge International) ist 75 alt und lebt in der Region Borena im Süden Äthiopiens, etwa 150 km nördlich der Grenze zu Kenia. Seine Großfamilie, die aus zwölf Haushalten besteht, ist von seinen Tieren abhängig, aber die neuerliche Dürre hat seine Herde stark reduziert.
"Ich hatte viele Tiere, aber jetzt sind nur wenige übrig geblieben," erklärt Dida. "Ich habe über 200 Kühe verloren. Die wenigen, die noch leben, sind schwach und ausgemergelt. Ich glaube nicht, dass sie überleben werden. Diese Dürre ist besonders hart. Viele sind schon weg gezogen, aber ich habe mich entschieden zu bleiben."
Dida befürchtet, dass auch die restlichen Tiere jetzt an Krankheiten und Wassermangel eingehen werden. "Sie können nicht richtig urinieren. Einige sind schon direkt nach dem Urinieren tot umgefallen."
Dürreperioden fanden in der Vergangenheit alle fünf bis sechs Jahre statt, aber in den letzten 12 Jahren haben sie stark zugenommen. Der Klimawandel stellt in den ökologisch sensiblen Regionen eine neue, tödliche Gefahr für Mensch und Tier dar.
Der Regen ist im Süden Äthiopiens Ende März angekommen, aber nach der langen Dürre bringt er nun neue Probleme mit sich. Einige Rinder werden zuviel Wasser saufen und daran zugrunde gehen. Das Gras wird Zeit brauchen, um nachzuwachsen, so dass die Rinder nicht über Nacht zunehmen oder wieder Milch geben werden. Durch starke Regenfälle werden Häuser zerstört und der ausgetrocknete Boden weggeschwemmt.
Die Viehzüchter sind für die eigene Ernährung fast vollkommen von ihren Rindern abhängig. Milch, Blut und Fleisch sind ihre wichtigsten Nahrungsmittel. Dida hat versucht, Nahrungsmittel anzubauen, aber Jahr für Jahr blieb der Regen aus oder kam zu spät und die Saat verdorrte.
"Die Tiere, die noch übrig sind, sind so schwach, dass sie keine Milch mehr geben. Wir sind jetzt vollkommen von Nahrungsmittelhilfe abhängig. Ich habe meine Leute geschickt, um Hilfe zu besorgen. Wenn sie nicht wiederkommen, werden wir sterben", ist sich Dida sicher.
HelpAge unterstützt Menschen wie Dida Guyo Buba dabei, ihren Lebensunterhalt wieder selbst bestreiten zu können. Kurzfristig geht es darum, ausreichend Nahrungsmittel und vor allem auch Trinkwasser für die Menschen und die Tiere zu beschaffen. Danach müssen die Herden wieder vergrößert werden. Unser besonderes Augenmerk richtet sich auf die Versorgung alter Menschen in den entlegenen Dörfern.

HelpAge Deutschland unterstützt gemeinsam mit der Stiftung ARCANUM aus der Schweiz die Bevölkerung der Region Borena 2006/07 mit insgesamt 90.000 Euro. Mit dem lokalen Partner Action for Development (AFD) werden insgesamt bis zu 20.000 Menschen und 10.000 Tiere durch die Instandsetzung von 4 großen Auffangbecken für Regenwasser und durch veterinärmedizinische Betreuung versorgt. Die Regenwasserbecken werden im Rahmen sog. "Geld für Arbeit" - Programme von 2.000 von den Gemeinden benannten Hilfskräften instand gesetzt werden. Hierbei werden alte, arbeitsfähige Menschen oder die Angehörigen von solchen Alten bevorzugt, die selbst zu schwach sind, um körperlich hart zu arbeiten. Insbesondere soll die Wasserversorgung für die älteren Menschen gesichert werden, die nicht mehr zu den Verteilerstellen gehen können. Durch die Verteilung von 1000 Ziegen einer einheimischen, widerstandsfähigen Rasse an 200 ältere Männer und Frauen, werden deren Herden wieder aufgestockt. In den Gemeinden sollen die Probleme alter Menschen bewusst gemacht und Gruppen alter Menschen gebildet werden, um die Durchführung der Hilfsmaßnahmen zu begleiten. Wasserkomitees werden für das Management der Wasserverteilung gebildet, in denen die Alten ihre traditionelle Verantwortung ausüben werden.


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