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Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge in Pakistan

Projektbeschreibung
Hintergrundinformationen

Projektbeschreibung

Die Überschwemmungen im Jahr 2014 hatten verheerende Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen der Bevölkerung im pakistanischen Bundesstaat Punjab: bepflanzte Felder wurden überschwemmt, Vieh wurde weggespült und Werkstätten zerstört. Frühwarnsysteme und gut organisierte Rettungseinsätze haben einen hohen Verlust von Menschenleben verhindert; doch nun müssen die Lebensgrundlagen und Ernährungssicherheit der Bevölkerung wiederhergestellt werden.

Bei Treffen mit den Bewohnern der Dörfer in den Überschwemmungsgebieten, haben diese selbst als ihre wichtigsten Unterstützungsbedarfe die Bereiche Einkommenssicherung, Baumaterialien, Gesundheitsversorgung und Katastrophenvorsorge identifiziert. Deshalb hat HelpAge ein dreijähriges Wiederaufbau-Programm gestartet, das auf diese Bedarfe und insbesondere auf alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen zugeschnitten ist. In 50 Dörfern im Distrikt Muzaffargarh werden ihre Lebensgrundlagen wieder aufgebaut und sie besser gegen künftige Naturkatastrophen geschützt.

Abhängigkeit verringern

Ab Projektstart erhalten extrem vulnerable Menschen, die von anderen Familienmitgliedern abhängig sind, kein eigenes Einkommen erwirtschaften und zur Zeit nicht arbeitsfähig sind, Bargeldhilfen in Höhe von 4.000 PKR (etwa 36,50 Euro) pro Monat, um ihren Grundbedarf abdecken zu können und ihre Abhängigkeit von anderen zu verringern bzw. die zusätzliche Belastung bei den versorgenden Familienmitgliedern zu verringern. Gleichzeitig nehmen sie an Trainings teil, in denen sie mehr über die katastrophenresiliente Gestaltung von Einkommensquellen lernen, mit Elementen wie z.B. erhöhten Viehställen und Saatgutspeichern oder der "Evakuierung" der Betriebsmittel. Außerdem lernen sie in Aktivitäten kennen, die körperlich weniger anstrengend und für alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen besser geeignet sind. Nach Abschluss der Trainingsmaßnahmen erhalten die Teilnehmer Starthilfen, mit denen sie Waren und Betriebsmittel kaufen können, z.B. eine Nähmaschine oder einen Marktstand.


Muhammad Bilal (29) ist schwerhörig und kann nicht gut sprechen, aber er ist ein guter Schneider und konnte mit der Starthilfe von HelpAge ein eigenes Schneidergeschäft eröffnen. Mit seinen Einnahmen kann er nicht nur seine Frau und drei Kinder unterstützen, sondern er versorgt auch seinen alten Vater.

Im Gesundheitsbereich werden zunächst Aktionstage angeboten, im Rahmen derer alle Dorfbewohner sich von Ärzten untersuchen lassen können. Personen mit Mobilitätseinschränkungen oder bettlägerige Menschen werden auch zuhause besucht, um ihnen den gleichen Service zu bieten. Die Armut und die Abhängigkeit von alten Menschen und Menschen mit Behinderungen ruhen oftmals daher, dass ihnen das Geld für eine ärztliche Behandlung oder therapeutische Hilfsmittel fehlt. Mit der Kostenübernahme von Katarakt-Operationen, für Medikamente oder andere Behandlungen wird deshalb die Grundlage für ein selbständigeres Leben gelegt. Auch die Bereitstellung von Rollstühlen, Gehhilfen, Brillen oder Handgetriebenen Fahrrädern soll Menschen mit körperlichen Einschränkungen bessere Möglichkeiten geben, ein unabhängiges Leben zu führen.

Die Lebensgrundlagen vor dem Hochwasser sichern

Um auch die Vorsorge vor neuen Katastrophen zu verbessern, werden in den Projektorten Katastrophenmanagement-Komitees gegründet und ausgebildet. Zusammen mit den Komitees, den Behörden und der Dorfbevölkerung werden Notfallpläne erarbeitet und Frühwarnsysteme aktualisiert, außerdem wird der Ernstfall geprobt. Darüber hinaus lernt die Zielgruppe inwiefern sie ihre Einkommensgrundlagen an die Klimaänderungen und Auswirkungen von Katastrophen anpassen können, z.B. durch Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion oder Hochwassersichere Aufbewahrung von Saatgut.

Insgesamt werden 6.650 Familien mit durchschnittlich 6 bis 7 Personen durch das Projekt gefördert. Zusätzlich profitieren rund 21.400 Menschen von der verbesserten Katastrophenvorsorge.

Das zweijährige Projekt läuft noch bis Ende Mai 2017 und wir durch das Auswärtige Amt unterstützt. Das Gesamtvolumen beträgt 905.000 Euro.


Die Starthilfen für Geschäftsideen werden vielfältig eingesetzt, zum Beispiel auch für fahrbare Gemüsestände.



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