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Hilfe nach Taifun Haiyan

1 Jahr nach dem Taifun
Wiederaufbau I
Wiederaufbau II
Nothilfe
Die Situation / Berichte
Hintergrund

1 Jahr nach dem Taifun

Während Taifun Haiyan längst aus dem Blickfeld der Medien gerückt ist, geht die Katastrophe für viele Betroffenen auf den Philippinen auch ein Jahr nach dem Sturm weiter. Trotz der Nothilfe, die sie erhalten haben – Nahrungsmittel, Baumaterial, Bargeld – kämpfen sie darum, ihr Leben wieder aufzubauen. „Aus eigener Kraft schaffen wir das nicht“, sagt Pelagia Ochea. 86 Jahre ist sie alt und lebt von dem Gemüse, das sie hinter ihrem Haus im Dorf Jalas auf der Insel Leyte anbaut. Davon versorgt sie auch ihre beiden verwaisten Enkelkinder, die bei ihr leben. Vor dem Sturm hat ihre kleine Kokosplantage ein verlässliches wenn auch geringes Einkommen abgeworfen. „Jetzt sind alle Palmen zerstört“, erzählt sie. Doch vor wenigen Tagen konnte sie in ihr neues Holzhaus einziehen, das von HelpAge gebaut wurde. „Klein aber fein“, kann man es beschreiben: hell und luftig, aber doch robust und stabil, ein Schlafraum, eine Küche mit Bank und blankem Zementboden. Für Pelagia ist es das schönste und größte Haus, das sie jemals hatte. Und vor allem: Es hat ein Fundament aus Beton, stützende Querbalken in den Wänden und eine starke Verankerung des Daches – so ist es viel resistenter gegenüber künftigen Stürmen.

Gemeinsam stärker
HelpAge hat sich mit seinen Bündnispartnern AWO und Terra Tech aus der Aktion Deutschland hilft zusammengetan, um mit gebündelten Kräften Hilfe für die Betroffenen des Taifuns zu leisten. Außerdem setzt HelpAge Deutschland seine Projekte in den Philippinen zusammen mit den Partnern aus dem internationalen HelpAge Netzwerk um. So konnten wir in der Nothilfe-Phase, die bei uns offiziell bis April 2014 dauerte, insgesamt 30.000 Familien oder 150.000 Menschen in 300 Dörfern mit Hilfsgütern verssorgen. Dafür haben wir 2,4 Millionen Euro investiert. Für den Wiederaufbau, den wir noch bis mindestens Dezember 2015 fortsetzen werden, setzen wir insgesamt 3,3 Millionen Euro ein. Alle unsere Projekte werden von 40 philippinischen und 3 ausländischen Mitarbeitern in Leyte und Cebu begleitet. Unseren vollständigen, englischsprachigen Jahresbericht gibt es hier zum Download.

Aufbau von Dorfapotheken
Alte Menschen wie Pelagia gibt es in Jalas viele. Und in den umliegenden Dörfern. In ganz Leyte. Die jüngere Generation wandert ab in die Städte, um dort ein Einkommen zu verdienen. Auf dem Land bleiben die Alten und die Kinder zurück. Ihre Mittellosigkeit, oft kombiniert mit körperlichen Gebrechen und sozialer Isolation, macht es ihnen besonders schwer, die Folgen des Taifuns zu verkraften. HelpAge setzt deshalb darauf, die Strukturen in den 51 Projekt-Dörfern zu verbessern und die Selbsthilfekräfte vor allem der älteren Menschen zu stärken. Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken sind nicht erreichbar – also werden einzelne Dorfbewohner zu Helfern mit medizinischem Grundwissen zu den wichtigsten Krankheiten und Verletzungen ausgebildet. Sie stehen später für alle Dorfbewohner zur Verfügung. Außerdem werden kleine „Butikas ng Barangay“ eingerichtet: Apotheken, die von der Dorfgemeinschaft gemanagt werden. Die Apotheke in Jalas liegt direkt am Dorfplatz.Neben der kleinen Kapelle und dem Versammlungsraum gibt es dafür ein kleines grün gestrichenes Häuschen. Die Medikamente werden zum Einkaufspreis verkauft, die erste Medikamentenlieferung erhalten die Dorfapotheken sogar kostenlos.

Starthilfen und Kooperativen
Auch an Einkommensmöglichkeiten mangelt es: Kokospalmen brauchen Jahre, um sich zu erholen; Werkstätten und Werkzeuge wurden zerstört oder davongeschwemmt; Bauern haben häufig noch nicht einmal die Mittel, um neues Saatgut zu kaufen. Also bekommen sie von HelpAge Starthilfen: Saatgut, Vieh, Werkzeuge, Kapital, je nach Bedarf. Und damit die neuen Einnahmequellen stabiler sind als zuvor, gibt es dazu Trainings. Nachhaltige und den lokalen Gegebenheiten angepasste Landwirtschaft, Aufbau und Management von Kooperativen, erfolgreiche Viehzucht werden dabei zum Beispiel besprochen.

Mit am wichtigsten ist es aber auch, die Gemeinschaften in den Dörfern zu stärken, so, dass sich die alten Menschen gegenseitig unterstützen können. In „Older People Associations“ (OPAs) organisiert, treffen sie sich monatlich, planen gemeinsame Aktivitäten, sorgen dafür, dass jeder „Senior“ auch einen staatlicher Seniorenausweis und die entsprechenden Vergünstigungen erhält, setzen sich sogar dafür ein, dass endlich jeder die monatliche Pension bekommt, die ihm zusteht – bislang bekommt nicht einmal eine Hand voll Alte in den Dörfern eine Pension. Im Dörfchen Jalas, erzählt Pelagia, gäbe es jetzt mehr Einigkeit, mehr Gemeinschaft und ein stärkeres Selbstbewusstsein.




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