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Hilfe für Flüchtlinge und
Vertriebene in Pakistan

Projektinformationen
Hintergrundinformationen

Projektinformationen

Millionen Menschen sind innerhalb von Pakistan auf der Flucht. Die meisten von Ihnen sind aus den Stammesgebieten im pakistanisch-afghanischen Grenzland geflohen. Doch weder die Versorgung an den Zufluchtsorten in der Provinz KPK (Khyber Pakhtoonkhwa) ist ausreichend, noch die Unterstützung der Familien wenn sie nach Jahren in der Ferne zurück in ihre Heimatorte gesiedelt werden. HelpAge will mit seinem Projekt v.a. die Gesundheitsversorgung der besonders vulnerablen Flüchtlinge und die Einkommenssituation der Rückkehrer verbessern und dafür sorgen, dass die Schwächsten und Ärmsten zukünftig von den pakistanischen Behörden besser versorgt werden.

Eine große Zahl der Intern Vertriebenen in KPK ist nicht als solche registriert – entweder weil sie bereits zum zweiten Mal geflohen sind und dadurch gemäß Regierungsrichtlinien ihren Anspruch auf Hilfe verloren habe, oder weil sie keine Ausweisdokumente vorlegen können und daher nicht registriert werden. Sie alle haben keinen Zugang zu Unterstützungsleistungen und ihre Bedarfe sind daher meist noch größer als die der registrierten Vertriebenen. Eine Analyse durch HelpAge Anfang 2016 hat ergeben, dass 32% der Familien nicht ausreichend Nahrungsmittel haben, sogar 71% steht nicht ausreichend sauberes Trinkwasser zur Verfügung, denn Bohrlöcher, Handpumpen und selbst gegrabene Brunnen in den Camps liefern keine ausreichende Mengen.

Chronische Krankheiten durch Flucht verschlechtert
Zudem liegen Daten vor, nach denen 54% der Krankheitsfälle (einheimische sowie geflohene Bevölkerung) Infektionskrankheiten sind, während rund 32% der Fälle chronische, nicht-übertragbare Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck sind. Das hohe Vorkommen von Infektionskrankheiten lässt sich durch die unangemessenen sanitären Bedingungen, die hohe Bevölkerungsdichte etc. begründen. Doch chronische Krankheiten bestanden meist schon vor der Vertreibung, verschlechtern sich aber aufgrund der erschwerten Lebensbedingungen: keine ärztliche Versorgung, mangelnde Mittel für Medikamente wie Insulin, psychische Belastung und Stress verschlechtern den Krankheitsverlauf enorm.


Kleine Hilfsmittel wie Gehstöcke können alten Menschen viel Sicherheit zurückgeben und ihnen mehr Teilnahme am Alltag und sozialen Leben ermöglichen.

Vor allem ältere Menschen leiden nicht nur vermehrt unter chronischen Krankheiten, sondern auch unter Behinderungen. Fast die Hälfte der Alten leiden an körperlichen oder geistigen Einschränkungen wie Lähmungen, Taubheit oder Blindheit. Hauptursache für visuelle Einschränkungen sind Katarakt-Erkrankungen. Ein Großteil der Erkrankungen bleibt unbehandelt weil Gesundheitseinrichtungen mit entsprechendem Fachwissen schwer zu erreichen sind, schlecht ausgestattet sind und zu wenig weibliches Personal haben (Zugang für Frauen).

Mit den folgenden Maßnahmen soll dieses Projekt die Situation verbessern:

Ziel 1: Selbsthilfekräfte zur kurz- und
mittelfristigen Versorgung steigern

Rund 1.000 besonders vulnerable Personen erhalten eine einmalige Zahlung von etwa 85 Euro und werden ermutigt, mit dem Geld ihre dringendsten Bedarfe bezüglich Nahrungsmitteln, Hygiene und Gesundheitsversorgung zu decken. Wie die Gelder verwendet werden, wird in einer abschließenden Studie analysiert – das hilft uns, unsere Arbeit weiter zu verbessern.

Ziel 2: Zugang zu medizinischer Versorgung verbessern
In Orten, in denen es keine medizinische Versorgung gibt, werden 15 Medical Camps durchgeführt – für jeweils 3 bis 5 Tage haben dort alle Menschen die Möglichkeit, sich kostenlos untersuchen und beraten zu lassen. Medikamente und Laboruntersuchungen werden dabei kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer an einen Facharzt überwiesen werden muss, erhält Unterstützung bei der Organisation des Transports und bei den anfallenden Kosten. Ein Psychologe und eine Psychologin bieten in den Medical Camps Einzelgespräche an, nach den Camps werden auch weiterhin regelmäßige Gruppen- und Einzelgespräche angeboten, die helfen sollen, Traumata zu überwinden.
Etwa 2.500 Menschen erhalten in den Medical Camps auch eine Brille – für rund 300 Personen übernimmt das Projekt die OP-Kosten zur Entfernung eines Katarakts. Circa 1.500 Menschen mit einer körperlichen Behinderung erhalten außerdem Hilfsmittel wie Rollstühle, Rollatoren oder Hörgeräte. PhysiotherapeutInnen begleiten den Rehabilitationsprozess der Patienten.



Eine Physiotherapeutin zeigt einem Patienten in Pakistan eine Übung. Mehr Mobilität bedeutet für viele alte Menschen in dem Land einen enormen Zugewinn an Lebensqualität und die Möglichkeit wieder eine Arbeit aufzunehmen.

Damit auch längerfristig eine bessere Versorgung der Rückkehrer gewährleistet ist, werden 30 Fachkräfte (Ärzte, Krankenschwestern) aus Basisgesundheitseinrichtungen im Management chronischer Krankheiten ausgebildet. 10 Ärzte werden außerdem in der Diagnose und Behandlung von Fehlsichtigkeit ausgebildet und erhalten eine Grundausstattung mit den benötigten Materialien zur weiteren Nutzung in ihrer Arbeit. Zusätzlich werden drei Gesundheitseinrichtungen, in denen bereits entsprechend ausgebildetes Personal verfügbar ist, mit den wichtigsten Geräten und Gegenständen zur Behandlung von Augenerkrankungen.

Ziel 3: Einkommenssituation verbessern
800 besonders vulnerable Personen werden in dieser Programmkomponente berücksichtigt. Durch Trainings und finanzielle Starthilfen sollen ihnen Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden, die sowohl ihren körperlichen Fähigkeiten entsprechen (Alter/Behinderung), als auch lukrativ sind und im kulturellen Umfeld der FATA akzeptiert werden. Die erfolgreichen Trainingsabsolventen erhalten eine Starthilfe in Höhe von 30.000 PKR (etwa 270 EUR) für ihre künftige Betätigung, um z.B. Maschinen, Werkzeuge, Saatgut oder Waren als Grundlage des Betriebs einzukaufen. Nach Bedarf werden die Geschäftsgründer auch weiterhin begleitet und unterstützt. Schon bei Projektende soll eine deutliche Verbesserung des Haushaltseinkommens sichtbar sein und Familien wieder ohne Hilfe von außen in der Lage sein, sich selbst zu versorgen.


Zahltag: Mit finanziellen Starthilfen legt HelpAge für Familien den Grundstein für eine Zukunft, in der sie sich selbst versorgen können.

Ziel 4: Die Rechte der Schwächsten schützen
HelpAge ist auch in Pakistan die einzige Hilfsorganisation, die sich für die Bedürfnisse alter Menschen einsetzt. Um sicherzustellen, dass auch andere Organisationen und Behörden niemanden aufgrund seines Alters von Hilfsleistungen ausschließen, werden auf Provinzebene Sensibilisierungs-Workshops durchgeführt. Mit drei Organisationen werden anschließend Verträge abgeschlossen, die eine konsequente Einarbeitung des Themas „Inklusion von alten Menschen“ in deren Projekte und Programme, Satzungen und Richtlinien beinhalten. Außerdem wird das Personal geschult und langfristige Supervision angeboten. Für die Dauer des Projektes wird außerdem ein Inklusions-Experte an die für das Katastrophenmanagement in den FATA zuständige Behörde (FDMA) abgestellt. Er hilft dabei, die Richtlinien und Projekte der Behörde ebenfalls inklusiver zu gestalten und organisiert Sensibilisierungs- und Trainingsworkshops für alle Hilfsorganisationen, die mit dem FDMA in den FATA arbeiten. Mit öffentlichen Veranstaltungen zum Weltaltentag, Weltgesundheitstag etc. soll auch die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht werden, dass es wichtig ist, die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft – wie alte Menschen und Menschen mit Behinderungen – besonders zu schützen.

Insgesamt soll das Projekt 16.800 Flüchtlinge und Vertriebene unterstützen. Finanziert wird das mit einer Laufzeit von drei Jahren geplante Projekt mit Unterstützung durch das Auswärtige Amt und Aktion Deutschland Hilft. Insgesamt werden 1,06 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.


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