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Humanitäre Hilfe für
südsudanesische Geflüchtete
in Gambella

Projektbeschreibung
Hintergrundinformationen

Projektbeschreibung

Äthiopien als Zufluchtsort - Camp Nguenyyiel in der Region Gambella
Seit dem Ausbruch der Unruhen im Südsudan in 2011, der anhaltenden Gewalt, der extremen Dürre und zunehmenden Nahrungsmittelknappheit in den Nachbarländern Äthiopiens, erreicht eine große Anzahl von Geflüchteten das Land. UNHCR schätzt, dass bis Dezember 2017 über 405.000 südsudanesische Geflüchtete nach Äthiopien kommen werden. Aufgrund der stark wachsenden Belastungen ist das Land auf internationale Unterstützung angewiesen.

Die Projektregion Gambella an der Grenze zum Südsudan gehört zu den am wenigsten entwickelten Teilen Äthiopiens. Die Region ist von Armut und hoher Vulnerabilität gegenüber verschiedenen Gefahren wie Konflikten, Überschwemmungen, Dürren und Krankheitsausbrüchen geprägt. Die Sicherheitslage ist derzeit stabil, bleibt aber unvorhersehbar und angespannt. Besondere Spannungen und Konfliktpotentiale bestehen durch die Grenze zum Südsudan. Von den etwa 342.400 Südsudanesen in Äthiopien ist der größte Teil in den Flüchtlingscamps von Gambella registriert. Etwa 15.000 Menschen sind älter als 50 Jahre, 11.000 Menschen haben eine Behinderung. Gerade für diese Menschen ist die humanitäre Lage in den Camps sehr prekär. Es mangelt an spezifischen, alters- und behindertengerechten Maßnahmen, die sich an den besonderen Bedürfnissen älterer Menschen, Menschen mit Behinderung und anderen vulnerablen Gruppen orientieren. Somit kommt es z.B. zu erheblichen Beeinträchtigungen in der Versorgung mit adäquaten Lebensmitteln, Medikamenten und psychosozialer Betreuung. Die Folgen sind Unter- und Mangelernährung, Erkrankungen bzw. deren Verschlechterung und psychosoziale Probleme.


Flüchtlingscamp Nguenyyiel in der Region Gambella

Lebensbedingungen und Gesundheit älterer Geflüchteter verbessern
Die Probleme älterer Menschen in Flüchtlingscamps sind vielfältig. Sie leben unter schlechten wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, leiden an Gesundheitsproblemen oder an verschiedenen Formen von Behinderung und werden bei Maßnahmen der Nothilfe sowie bei der Mitbestimmung von Entscheidungen ausgegrenzt. HelpAge verbessert in den Camps Nguenyyiel und Pamdong die Lebensbedingungen der Menschen mit besonderen Bedürfnissen wie z.B. von älteren Menschen, chronisch Erkrankten, Menschen mit Behinderung oder gefährdeten Frauen und Witwen. Um die Gesundheitssituation der Zielgruppe zu verbessern wird die Ausbildung von Gesundheitspersonal durch Workshops und Trainingsmaßnahmen unterstützt und ein an den lokalen Kontext angepasstes Pflegehandbuch entwickelt. Für ältere Menschen werden Mobilitätshilfen zur Verfügung gestellt, Menschen mit Behinderung erhalten Rehabilitationsmaßnahmen. Augenerkrankungen oder Mangelernährung werden diagnostiziert und entsprechend behandelt. Ein weiterer Fokus liegt auf der psychosozialen Begleitung von Menschen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Behinderung Stigmatisierung und Diskriminierung erfahren haben. In diesem Rahmen wird ebenfalls Unterstützung für traumatisierte ältere Menschen und Menschen mit Gewalterfahrung angeboten. Um die gemeindebasierte Selbsthilfe zu stärken werden zudem Vertreter lokaler Altengruppen, Flüchtlingskomitees und Pflegekräfte in die psychosoziale Beratung älterer Menschen eingebunden und entsprechend geschult.


Gehstock für einen älteren Geflüchteten im Camp Nguenyyiel

Um sichere Gemeinschaftsräume zu schaffen, in denen soziale und kulturelle Freizeitaktivitäten für ältere Menschen im Camp stattfinden können, werden Older People Friendly Spaces (Gemeindezentren) durch die Ausstattung mit Equipment und Materialen verbessert. Neben speziellen Aktivitäten für ältere Menschen finden Treffen zum intergenerationellen Informationsaustausch statt. Die Gemeindezentren werden außerdem als Veranstaltungsort für Weiterbildungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Flüchtlingsvertreter, Flüchtlingskomitees, Mitarbeiter des Camps und humanitäre Hilfsorganisationen genutzt. Die Gemeindezentren dienen somit einerseits der Stärkung des psychosozialen Wohlergehens der Geflüchteten, andererseits sollen die Teilnehmenden durch angebotene Veranstaltungen für die Problematik älterer Menschen und Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden, um die Inklusion der Zielgruppe in ihre Programmplanung zu integrieren.

Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt, Aktion Deutschland Hilft und Bündnis Entwicklung hilft gefördert.


Inklusion älterer Menschen im Camp Nguenyyiel


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