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Förderung der Rechte
älterer Menschen in Pakistan

Projektbeschreibung
Hintergrundinformationen

Projektbeschreibung

Rechte älterer Menschen stärken

Der Schutz von Rechten älterer Menschen sowie der Respekt vor dem Alter sind in vielen Teilen Pakistans nicht vorhanden. Insbesondere Akteure aus Politik, Behörden, Medien und der Wissenschaft aber auch die allgemeine Öffentlichkeit sind für die Thematik nicht ausreichend sensibilisiert oder ignorieren gar die Notwendigkeit, Altenrechte zu stärken und zu respektieren. Durch das vom BMZ geförderte Projekt „Förderung der Rechte älterer Menschen in Pakistan“ werden zentrale Akteure für diese Thematik sensibilisiert und bei der Durchsetzung von Altenrechten unterstützt. Das Projekt wird in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (KPK) im Nordwesten Pakistans durchgeführt. Hier leben etwa 17,7 Millionen Menschen, davon etwa 2 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahren. Zwischen 30% und 45% der Menschen leben hier unterhalb der Armutsgrenze. Der Anteil der älteren Menschen, die in Armut leben, wird als besonders hoch eingeschätzt.

In Zusammenarbeit mit gemeindebasierten Altengruppen hat HelpAge in Pakistan bereits in den letzten Jahren intensiv Anwaltschaftsarbeit betrieben, um ein Gesetz zum Schutz der Rechte älterer Menschen auf den Weg zu bringen – mit Erfolg: Der Senior Citizens Act wurde im Jahr 2014 von der Provinz KPK verabschiedet. Inhaltlich hat das Gesetz das Potential, die Gesundheitsversorgung älterer Menschen zu verbessern sowie ein zuverlässiges Grundeinkommen und weitere Vergünstigungen z.B. in Form einer kostenlosen Nutzung von Museen, Parks und Bibliotheken zu ermöglichen. Zudem wird die Umsetzung separater Schalter und Abteilungen für ältere Menschen in öffentlichen Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern angestrebt. Dadurch soll langfristig die soziale Isolation ältere Menschen in der Provinz aufgebrochen werden. Bislang wurden jedoch kaum Schritte zur Umsetzung des Gesetzes unternommen. Das Thema „Alter“ und seine Auswirkungen auf die pakistanische Gesellschaft sind neu für die politischen Akteure und viele Parlamentarier, Beamte und auch die Öffentlich-keit wissen oftmals nichts über die Existenz und die Inhalte des neuen Gesetzes. Es mangelt zudem an konkreten Umsetzungsmethoden und -richtlinien sowie an technischer und fachlicher Expertise.

Durch das Projekt wird mit Unterstützung von HelpAge und der lokalen Partnerorganisation Community Research and Development Organization (CRDO) der Implementierungsprozess des Senior Citizens Act in zwei Distrikten, dem urban geprägten Peshawar und dem ländlich gelegenen Nowshera, der Provinz KPK angestoßen und intensiviert. Dabei werden Aktivitäten sowohl auf nationaler Ebene, als auch auf Distrikt- und Gemeindeebene implementiert. Insgesamt werden knapp 2 Millionen ältere Menschen von der Wirkung des Projektes und der damit im Zusammenhang stehenden Stärkung und Achtung der Altenrechte profitieren.



Aktivitäten zur Implementierung des Senior Citizen Acts in der Projektregion
Um das öffentliche Bewusstsein für die Rechte älterer Menschen zu stärken und den Druck auf Politik und Behörden zur effektiven Umsetzung des neuen Gesetzes zu erhöhen, führen HelpAge Pakistan und der lokale Projektpartner eine Reihe von Workshops und Sensibilisierungsmaßnahmen für zivilgesellschaftliche und politische Akteure auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen durch.

• Aktivitäten auf nationaler Ebene
Da bisher im Sozialministerium der Provinz keine Strategien zur Implementierung des Gesetzes erarbeitet wurden und auch kein Implementierungsrat gegründet wurde, setzen erste Projektaktivitäten hier an. Nach der Bildung eines Rates werden die Mitglieder in Workshops zum Thema Altenrechte sensibilisiert und konkrete Arbeitsrichtlinien werden festgelegt. Der Implementierungsrat erhält zudem Unterstützung bei der Anwendung von Methoden der Datenerhebung und Informationsverbreitung der Thematik auf Landesebene. Zudem organisiert HelpAge einen internationalen Erfahrungsaustausch unter dem Thema "Sicherung älterer Menschen", bei dem die Ratsmitglieder von den Erfahrungen anderer Länder mit ähnlichen Programmen lernen können.

• Aktivitäten auf Distriktebene
Auf Distriktebene werden lokale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in ihrem Bewusstsein und ihren Fähigkeiten in Bezug auf die Thematik der Rechte älterer Menschen gestärkt. Hierzu finden Sensibilisierungsaktivitäten und Workshops für Mitarbeiter der NGOs statt. So wird eine Basis für die Organisationen geschaffen, sich auf lokaler Ebene für die Rechte ältere Menschen einzusetzen. Zudem wird die Netzwerkarbeit der Organisationen gefördert.

• Aktivitäten auf Gemeindeebene
Gemeindebasierte Altenorganisationen) sind ein starkes Mittel, um die Unterstützung älterer Menschen untereinander zu fördern, ihre Kräfte zu bündeln und sich gemeinsam und selbstorganisiert für die eigenen Belange einzusetzen. Durch Trainings werden die Altenorganisationen in ihrer Arbeit unterstützt und gestärkt und damit ihr Wirkungskreis ausgebaut. So können sie eigene Aktivitäten entwickeln, um regelmäßig und langfristig auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen und die Regierung für die Umsetzung des Gesetzes zur Verantwortung ziehen. Zudem lernen sie lokale Medien zu mobilisieren welche ihnen als Ansprechpartner und Informationsquelle dienen. Außerdem beobachten sie den Umsetzungsprozess des Senior Citizens Acts auf lokaler Ebene.



Nachhaltigkeit sichern
Die Nachhaltigkeit der Projektaktivitäten wird u.a. durch regelmäßige Netzwerktreffen von NGOs gewährleistet. In diesem Rahmen wird der Prozess der Implementierung der Gesetzgebung analysiert und Empfehlungen ausgearbeitet. Zudem finden halbjährliche Treffen zwischen Ministerien und NGOs statt, bei denen konkrete Erfahrungen aus der Praxis und erarbeitete Empfehlungen diskutiert werden. Zusätzliche Sensibilisierungskampagnen, die in regelmäßigen Abständen stattfinden, gewährleisten eine kontinuierliche Präsenz der Thematik in der Öffentlichkeit. Zudem erfolgt die weiterführende Öffentlichkeitsarbeit durch Publikationen und der Einbindung von Medien wie dem Fernsehen, Radio oder Zeitungen.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. www.bmz.de


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