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Weltfrauentag

Zum Weltfrauentag richten wir den Blick auf die alten Frauen in Tansania und ihren Kampf für gleiche Rechte. Die HelpAge-Landesdirektorin Amleset Tewodros beschreibt ihre Situation. Nur 20 Prozent der Frauen besitzen das Land, das sie bearbeiten.


Die unbekannten Heldinnen Tansanias feiern

"Das Motto des diesjährigen Weltfrauentages ist 'Planet 50-50 by 2030: Step it up for gender equality'. Das ist ein wichtiges Ziel, wenn wir doch immer wieder hören, dass Gesellschaften, die die Frauenrechte nicht ernst nehmen, nicht erfolgreich sein können. … Der Weltfrauentag ist Anlass, vorauszuschauen und sich weiter dafür einzusetzen, dass Frauen nicht im Abseits bleiben.

An diesem Tag möchte ich die tapferen alten Frauen ehren, die den gesellschaftlichen Diskriminierungen trotzen, durch die ihre Rechte verletzt werden. Ich möchte diese Frauen feiern, die sich für Gleichheit und den Respekt vor den Menschenrechten aller Frauen einsetzen und dafür, dass sie den Schutz bekommen, der ihnen zusteht.


Frauenleben in Tansania

Trotz beachtlichen wirtschaftlichen Fortschritts, bestehen Geschlechterungleichheiten in Tansania weiterhin. Die Verantwortung der Frauen für Haushalt und Familie hat große Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen. Sie leisten Pflegearbeit, die nicht anerkannt wird. Und obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung stellen, sind sie weiterhin Diskriminierung beim Landbesitz und der Landnutzung ausgesetzt. So haben nur 20 Prozent der Frauen einen Landtitel. Dies ist für ältere Frauen noch gravierender, die z.B. verwitwet sind, keine Familie haben, die sie versorgt oder die sogar noch für die Enkelkinder sorgen müssen.


Rechte einfordern

Ein wichtiges Ziel unserer Arbeit in Tansania ist es, gegen Gewalt und Diskriminierung gegen ältere Frauen anzugehen, die sich aus negativen kulturellen Praktiken und Traditionen ergeben, z.B. durch die Beschuldigung der Hexerei. Tausende Frauen sind wegen dieses Vorwurfs in den vergangenen Jahren verfolgt, verletzt und sogar getötet worden.

Durch Projekte, die von der EU und dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert werden, fördern und schützen wir die Rechte älterer Frauen. Wir befähigen sie durch Trainings, sich als ehrenamtliche Rechtsberater oder Sprecherinnen der Frauen zu engagieren. Außerdem helfen wir ihnen, ihre Familiengeschichte in sog. Memory Books aufzuschreiben und ein Testament zu verfassen.

Anastasia, 69, ist eine der mutigen Frauen, die sich nach den Trainings getraut hat, ihr Recht auf Land vor Gericht einzuklagen. Immer mehr alte Frauen machen inzwischen ihr Testament und hinterlegen es bei einem Familienmitglied oder dem Pfarrer.

Die Frauen in unseren Projekten haben Glück gehabt, die notwendige Unterstützung zu erhalten, während es für Millionen andere immer noch schwierig ist, ihr Recht auf Land durchzusetzen. Sobald ihr Mann stirbt, verlieren sie die Möglichkeit das Land weiter für sich zu nutzen.

Lasst uns am Weltfrauentag die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern infrage stellen und verlangen, dass Frauen jeden Alters von Programmen und Politiken profitieren, die die Gleichstellung fördern. Nur dadurch können wir eine erfolgreiche Gesellschaft werden, die alle einschließt."



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