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Weltbevölkerung im Wandel

Ein Artikel zum Weltbevölkerungstag
von Dr. John Emeka Akude (HelpAge)


Heute ist Weltbevölkerungstag. Ursprünglich wurde dieser Tag aufgerufen, um das Recht auf Familienplanung für jeden Menschen als ein Bestandteil der Menschenrechte zu bekräftigen. Dazu gehören Aktivitäten und Infoveranstaltungen mit dem Ziel, dieses Recht überall auf die Erde für alle Menschen durch Bewusstseinsschärfung realisierbar zu machen. Allerdings ist die globale Bevölkerung im Wandel. Daher ist der Tag ebenfalls für eine Reflexion über diesen Wandel geeignet, mit Hinblick auf die sozio-politischen Implikationen dieses Wandels für uns alle, insbesondere aber für die Entwicklungszusammenarbeit.

Die Welt altert. Denn der Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung steigt. 962 Millionen ältere Menschen machen heute 13% der globalen Bevölkerung aus (UNDESA 2017). Es wird geschätzt, dass sich diese Zahl auf über 20% im Jahr 2050 mehr als verdoppeln wird. Diese demographische Entwicklung vollzieht sich viermal rasanter in den Entwicklungsländern als in Europa. Jetzt schon leben etwa 67% der über 60-Jährigen in den Entwicklungsländern. Im Jahr 2050 werden es etwa 80% sein. Somit übersteigt die Zahl der Älteren (über 60 Jahren) zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Zahl der Kinder (unter 15 Jahren).

Verglichen mit den Industrieländern ereignen sich die Phänomene wirtschaftliche Entwicklung und alternde Bevölkerung in den Entwicklungsländern in umgekehrter Reihenfolge. Denn während die Industriestaaten zuerst reich und dann alt wurden, altern die Entwicklungsländer heute, bevor sie die Chance hatten, ihre wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Dieser umkehrte Verlauf stellt die Entwicklungsländer vor extreme Herausforderungen, da sie über weniger Zeit und schlechtere Bedingungen verfügen, dieses Problem anzugehen. Leider ist Alter in der Entwicklungszusammenarbeit selten ein Thema. So dass die Entwicklungsländer beim Versuch, Lösungsansätze zu finden, allein gelassen werden.

In Hinblick auf das Mantra der Sustainable Development Goals (SDGs), nämlich, dass keiner allein gelassen wird, wird das Mainstreaming von Alter als entwicklungspolitisches Thema dringender denn je. Denn dieser Bevölkerungswandel impliziert, dass die Herausförderungen der Entwicklungsländer bezüglich Altenpflege, Gesundheitsversorgung, Einkommenssicherheit für die Alten sowie ihre soziale Sicherheit zunehmen werden. Diese Entwicklung geht mit dem Zusammenbruch des traditionellen Systems der Versorgung der Älteren durch die eigene Familie in vielen Entwicklungsländern aufgrund von Infektionskrankheiten wie HIV/AIDS, gewalttätigen Konflikten sowie Migration einher. Demnach verlieren die Alten nicht nur die Möglichkeit der eigenen Versorgung, sondern müssen sich sogar in vielen Fällen um ihre kranken Kinder oder verwaisten Enkelkinder kümmern. HelpAge setzt sich mit seiner Arbeit in den Ländern des Südens sowie in Deutschland dafür ein, dass das Thema Alter mehr Achtung in der Entwicklungszusammenarbeit findet.

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Tanzania und Pakistan.




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