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1. Oktober - Weltaltentag

Passend zum diesjährigen Weltaltentag veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation ihren neuen Bericht "Ageing and Health", der ein Licht auf die Herausforderungen der kommenden Jahre wirft.

Die Gesundheitsarbeit in den Entwicklungsländern hat sich in den vergangenen Jahren stark auf ansteckende Erkrankungen wie Aids, Tuberkulose oder Malaria sowie auf Mutter-Kind-Gesundheit konzentriert. 60 Prozent aller Todesfälle weltweit geschehen aber aufgrund von chronischen Erkrankungen. Bei steigender Lebenserwartung leiden immer mehr alte Menschen in den Entwicklungsländern an solchen Erkrankungen. Sie werden aber in Gesundheitsposten und Hospitälern regelmäßig abgewiesen, weil das Personal nicht ausreichend für ihre Probleme sensibilisiert ist und Medikamente für altersspezifische, chronische Erkrankungen fehlen.

So finden 85 Prozent der Todesfälle aufgrund von Schlaganfall in den Entwicklungsländern statt. 2,5 Millionen alte Frauen erblindeten jährlich, weil sie keine angemessene Behandlung erhalten. 65 Prozent der Menschen mit Alzheimer und zwei Drittel aller Menschen mit Diabetes lebten in Entwicklungsländern.

Deshalb geht es jetzt darum, die Gesundheitsdienste "alters-freundlich" zu gestalten!

Download :
Artikel »Ältere bei Gesundheitsversorgung benachteiligt«

Der neue WHO-Bericht »Ageing and Health«
Die weltweit steigende Lebenserwartung ist mit vielen Chancen für die Gesellschaften verbunden. Der Bericht der WHO betont jedoch, dass die meisten Älteren die zusätzlichen Lebensjahre bisher nicht in guter Gesundheit verbringen. Keine oder qualitativ unzureichende Pflegesysteme, finanzielle oder soziale Barrieren im Zugang zum Gesundheitssystem und wenig Koordination zwischen den einzelnen relevanten Stellen des Sektors, vor allem in den Entwicklungsländern, stellen ein großes Problem für unzählige Ältere dar.

Die Gesundheitsdienste sind bislang, so die WHO, schlichtweg unzureichend auf eine alternde Weltbevölkerung vorbereitet. Besonders im Bereich der Langzeitpflege attestiert sie einen massiven Missstand. In den meisten Entwicklungsländern existieren dringend benötigte (Langzeit-)Pflegesystem bislang praktisch nicht.

Die WHO fordert daher weltweit ein konsequentes Umdenken und eine Umstrukturierung hin zu altersgerechten Pflege- und Gesundheitssystemen. Die Bedürfnisse Älterer sollen dabei identifiziert und die Individuen und ihre Fähigkeiten in das Zentrum des „gesunden Alterns“ gestellt werden. Dabei soll stets die Aufrechterhaltung ihrer Fähigkeiten im Fokus stehen, die durch ein entsprechendes Umfeld gefördert und verbessert werden können. Es wird zukünftig wichtig sein, alle Kräfte des Gesundheitssektors zur Aufrechterhaltung der Fähigkeiten und Autonomie Älterer zu bündeln.

Um dies zu erreichen, ist es auch notwendig, die Datensammlung über die gesundheitliche Situation Älterer im Gesundheitssektor weiter zu verbessern, Risikofaktoren frühzeitig zu ermitteln und insgesamt die Sensibilität für die Situation Älterer innerhalb der unterschiedlichen Gesundheitsdienste zu verbessern. Um diese große Aufgabe zu bewältigen, müssen alle relevanten Akteure einbezogen werden. Dazu gehört ebenso, dass faire und ansprechende Arbeitsbedingungen im Pflege- und Gesundheitssektor geschaffen werden, die Regierungen ihren Verpflichtungen nachkommen und das oftmals negative Bild des Alterns in der Gesellschaft verbessert wird.

Nur wenn der Gesundheitssektor an die Bedürfnisse einer alternden Weltgesellschaft angepasst wird, können die wertvollen Chancen, die mit einer steigenden Lebenserwartung einhergehen, zukünftig ausgeschöpft und eine altersgerechte Gesundheitsversorgung ermöglicht werden.

Download :
WHO-Bericht »Ageing and Health«


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