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Der Kartoffel auf der Spur

Schirmherrin Hannelore Hoger gratuliert HelpAge zur Auszeichnung als UN-Dekade Projekt Biologische Vielfalt

Osnabrück. Das HelpAge Projekt "Kartoffelspuren – Vielfalt neu entdecken" wurde am 24. Oktober 2013 für seinen engagierten Einsatz zum Erhalt der Kartoffelvielfalt als UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Eine der ersten Gratulantinnen war Schauspielerin Hannelore Hoger.

Das Projektteam von "Kartoffelspuren – Vielfalt neu entdecken", das alte Kartoffelsorten bei Kleinbauern in Peru ausfindig macht, hatte sich beim Projekt-Wettbewerb der UN-Dekade Biologische Vielfalt um die Auszeichnung beworben. Die Fachjury der UN-Dekade befand den engagierten Einsatz als auszeichnungswürdig. Dies ist das dritte Osnabrücker Projekt, das nun als UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt ausgezeichnet wurde und reiht sich bestens in die bereits seit Juni 2012 ausgezeichneten 122 weiteren Projekte ein.

Dr. Markus Große Ophoff, fachlicher Leiter des Zentrums für Umweltkommunikation der DBU, überreichte die Urkunde heute an das Team von HelpAge: "Ihr Projekt baut Brücken von Peru nach Niedersachsen und bringt überliefertes Wissen an die regionalen Schulen im Osnabrücker Raum", betonte Große Ophoff. "Dieser Einsatz ist vorbildlich und ich würde mich freuen, wenn mehr Schulen die Sortenvielfalt und die Bedeutung der Kartoffel zum Thema machen würden. Dies ist ein großer Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und ich gratuliere herzlich dazu!".

Hannelore Hoger nahm Bezug auf die Geschichte der Kartoffel in Deutschland und bekräftigte die Bedeutung des HelpAge-Projektes: "Schon Friedrich der Große hatte als erster Kartoffelbotschafter hierzulande sicher nicht nur eine Sorte für seine Bauern parat, sondern verschiedene", meinte die HelpAge-Schirmherrin."Denn Einheitskartoffelbrei wie heute war damals unbekannt. Da wäre niemals jemand satt geworden. So gratuliere ich dem HelpAge-Kartoffelspuren-Projektteam herzlich, dass es genau diesen Vielfaltsgedanken auf Äckern und Tellern wieder aufleben und dabei Experten zu Wort kommen lässt, die es wissen müssen: die alten Kleinbauern aus den peruanischen Anden. Weiter so!".

Es ist leider Fakt: Von den bekannten 5000 Kartoffelsorten wird heute in Deutschland nur ein kleiner Prozentsatz angebaut und verspeist. Das Osnabrücker Projekt thematisiert diese Verarmung und möchte ihr durch Öffentlichkeitsarbeit entgegenwirken. Um an überliefertes Wissen heranzukommen, reichen die Fühler von HelpAge bis auf den südamerikanischen Kontinent, zu den Anden, denn da kommt die Mutter der begehrten Knolle ursprünglich her. HelpAge unterstützt die Organisation APU (Asociacion Pacha Uyway) in Peru. Diese bewahrt das Wissen von alten Bauern und Bäuerinnen über den Anbau verschiedener Kartoffelsorten. Die Alten geben ihr Wissen um Anbau und Pflege an ihre Enkel weiter.

Auch Osnabrücker Schüler und Schülerinnen in allen Altersstufen profitieren von diesem Wissen und bauen, pädagogisch begleitet, viele überlieferte Sorten an und pflegen diese bis zur Erntezeit. Weiterer Wissenstransfer erfolgt in sogenannten Erzählcafes. Hier werden die Zuhörer für das Thema der Knolle begeistert. Dieser umfangreiche Einsatz für den Erhalt der biologischen Vielfalt wurde heute durch die Auszeichnung gewürdigt.

Die inhaltliche Arbeit des neuen UN-Dekade-Projektes "Kartoffelspuren – Vielfalt neu entdecken" passt sehr gut zu dem Schwerpunktthema 2013 und 2014 der UN-Dekade: Mit "Vielfalt nutzen – die Angebote der Natur" werden insbesondere Projekte angesprochen, die im Einvernehmen mit der Natur Nutzen aus ihr ziehen. Es sind sowohl Projekte aus der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft als auch dem Gartenbau und weitere Nutzer angesprochen und zur Teilnahme am Wettbewerb aufgerufen. Eine Bewerbung ist ausschließlich online unter www.un-dekade-biologische-vielfalt.de möglich.




Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Die Dekade soll die Umsetzung des UN-Übereinkommens von 1992 unterstützen. Ziel ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu soll auch das gesellschaftliche Bewusstsein gefördert werden. Genau hier setzt die deutsche UN-Dekade an: Sie möchte mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, unserer natürlichen Lebensgrundlage, gewinnen. Ein Schwerpunkt ist daher die Auszeichnung von vorbildlichen Projekten. Die Mitwirkenden setzen sich für die biologische Vielfalt ein, indem sie sie schützen, nachhaltig nutzen oder ihren Wert vermitteln.

Biologische Vielfalt
Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen – einschließlich der Wechselwirkungen zur unbelebten Umwelt, innerhalb der Arten und zwischen den Arten – sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt ihrer Lebensräume. Biologische Vielfalt ist die Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens auf der Erde.


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