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Hoher Besuch aus den Anden

Vom 19. bis zum 29. April kamen zwei Vertreter unseres Partners "Asociación Pacha Uyway" (APU) im Rahmen eines Projektaustausches der besonderen Art nach Osnabrück. Primitivo Jaulis Cancho, Agrartechniker bei APU, wurde vom 76-jährigen Kleinbauer Pablo Rimachi Naupa begleitet. Letzterer ist selbst einer der „alten Weisen“, die in der Andenregion um Ayacucho ihr Wissen zum Kartoffelanbau an die jüngeren Generationen weitergeben. In den zehn Tagen ihres Aufenthalts tauschten sich die beiden bei unterschiedlichen Aktionen mit Schülern, Lehrern, Landwirten und anderen Interessierten rund um das Thema Kartoffel aus.

Seit 2008 unterstützt HelpAge APU beim Bewahren von altem Wissen über den Anbau und die Bedeutung der Kartoffel. Diese Zusammenarbeit ist aktuell eingebettet in das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderte Bildungs- und Öffentlichkeitsprojekt „Kartoffelspuren – Vielfalt neu entdecken“.

Ein Schwerpunkt des Aufenthalts der beiden Peruaner lag in der Bildungsarbeit mit Kindern. In Schulen in Osnabrück und Umgebung, in der VHS Münster sowie im Botanischen Garten Osnabrück konnten Schüler und Kindergartenkinder selbst alte Kartoffelsorten anbauen. Dabei konnten sie ganz nach Don Pablos Prinzip „Zuschauen und Nachmachen“ von dem Wissen des alten Kartoffelkleinbauern profitieren. Dazu gab es interessante Einblicke in den kulturellen Hintergrund der Besucher. So erfuhren die Kinder beispielsweise, dass bestimmte Rituale, die der Mutter Erde Respekt zollen, das Wachstum der Kartoffeln positiv beeinflussen sollen.

Aber nicht nur die Kinder lernten von dem interkulturellen Austausch: Bei Besuchen von lokalen Bauernhöfen, Kleingärten und einer Gesprächsrunde mit hiesigen Experten und Interessierten erfuhren sowohl Landwirte, Lehrer und Andere als auch Primitivo und Pablo viel Neues. Pablo zeigte sich beeindruckt von den gärtnerischen Hilfsmitteln in einem Schrebergarten der „Deutschen Scholle“ in Osnabrück und möchte unter anderem die Idee, das Gemüse mit Plastikhauben zu schützen, bei sich in den Anden mithilfe von Plastikflaschen umsetzen. Aller Unterschiede zum Trotz bringt der Aufenthalt jedoch vor allem auch Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Orten hervor. Sowohl in der Region Ayacucho als auch in Osnabrück gibt es bedeutende Wissensschätze älterer Menschen. Und hier wie dort, stellt Primitivo fest, gibt es interessierte junge und alte Menschen, die dieses Wissen bewahren helfen.






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