SPENDEN | MITMACHEN | STARTSEITE | ÜBER UNS | AKTUELLES | LINKS | MATERIALIEN | KONTAKT | JEDE OMA ZÄHLT



Ich wünsche mir Gesundheit



Globale Herausforderung

1950 waren weltweit rund 200 Millionen Menschen älter als 60 Jahre. 2050 werden es etwa zwei Milliarden sein. Erstmals wird es dann mehr Alte als Kinder unter 15 Jahren geben und 80% von ihnen werden in Entwicklungs- und Schwellenländern leben. Ältere Menschen haben spezifische Gesundheitsprobleme, doch die Gesundheitssysteme in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern sind nicht auf ihre Behandlung vorbereitet. Vielfach werden sie sogar offen diskriminiert.

Nicht übertragbare Erkrankungen sind leise Killer. Ban Ki-Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, bezeichnet sie als eine Katastrophe des Gesundheitswesens in Zeitlupe. Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs, Diabetes oder Demenz sind weltweit die Ursache für fast zwei Drittel der Todesfälle. 75% davon – jährlich 28 Millionen Tote – sind in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu beklagen. 71% der Opfer sind älter als 60 Jahre.

Die Gesundheitspolitik der Entwicklungsländer muss sich dringend auf den Alterungsprozess der Bevölkerungen einstellen. Infektionskrankheiten wie Aids und Malaria oder Maßnahmen der Familienplanung beanspruchen dort bisher den größten Teil der Ausgaben im Gesundheitswesen. Dies wird auch durch die internationalen Entwicklungsagenturen und großen privaten Geldgeber forciert. Zwischen 2001-2008 wurden weniger als 3% der internationalen Hilfsgelder im Gesundheitsbereich für NCDs ausgegeben.

Fehlende Mittel für die Behandlung chronischer Erkrankungen sowie mangelnde Ausbildung und Sensibilität des Gesundheitspersonals sind Gründe für die schlechte Versorgung alter Menschen. In Gesundheitseinrichtungen werden sie regelmäßig aufgrund ihres Alters benachteiligt. Die gerontologische und geriatrische Ausbildung ist in den meisten Ländern kaum entwickelt.

Chronische Krankheiten

Dass ältere Menschen besonders von nicht übertragbaren Krankheiten betroffen sind, erklärt sich eigentlich von selbst. Besonders deutlich wird dies bei Blindheit und Sehschwächen. Über 80% der blinden Menschen weltweit sind älter als 50 Jahre. Die WHO geht davon aus, dass der Großteil der Erkrankungen mit Sehschwäche leicht behandelbar wäre, wenn ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt würden. Alleine die Versorgung mit Brillen würde viele Probleme lösen. Auch wirtschaftlich würden sich Investitionen in die Behandlung sehr schnell rechnen. Einfache Operationen am Grauen Star können schon im ersten Jahr bis zu 1500% Ertrag durch eine erhöhte Arbeitsfähigkeit der Betroffenen erbringen.

422 Millionen Menschen litten laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO 2014 unter Diabetes; 1,5 Millionen Menschen starben 2012 an den direkten Folgen einer Diabetes, genauso viele wie an HIV/Aids. Dabei spielt die sogenannte Altersdiabetes eine besondere Rolle. Zwei Drittel der 117 Millionen Menschen mit diesem Diabetes-Typ leben in Entwicklungsländern.

58 % der Menschen mit Demenz leben ebenfalls in diesen Ländern, eine Zahl, die bis 2050 auf 68% steigen wird. Ihre Probleme werden bisher komplett von der Politik vernachlässigt, was familiäre und institutionelle Pflegesysteme vor immense Herausforderungen stellt. So werden 94% der Menschen mit Demenz in Entwicklungs- und Schwellenländern zu Hause gepflegt. Demenz ist eine der wichtigsten Ursachen für Behinderung unter alten Menschen.

Mehr als 46% der über 60-Jährigen weltweit leiden zudem unter einer Behinderung; sie stellen damit mehr als ein Drittel der Menschen mit Behinderung.

Besonders Frauen sind von altersbedingten Leiden stark betroffen. Da sie durchschnittlich länger leben als Männer, sind sie auch öfter krank. Jedes Jahr erblinden 2,5 Millionen alte Frauen, denen mit entsprechender Vorsorge und Behandlung geholfen werden könnte. Zugleich erleben sie im Alter die Folgen vieler Geburten und harter Arbeit. Nur langsam wird sich die internationale Gemeinschaft der Benachteiligung alter Frauen bewusst. So beschloss der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau 2010 eine Empfehlung zum Schutz der Menschenrechte älterer Frauen.

Auch in der HIV/Aids-Krise müssen Ältere berücksichtigt werden. Fast drei Millionen Menschen über 50 Jahre sollen weltweit infiziert sein. Sie werden allerdings durch Aufklärungskampagnen und Hilfsprojekte kaum erreicht.




Beispiele aus unseren Projekten:

Khor,
aus der Region Maiwut (Südsudan),
nun im Flüchtlingslager
Gambella (Äthiopien)




"Ich heiße Khor und bin 70 Jahre alt. Früher war ich Bauer. Die Bewirtschaftung meines Landes hat das Überleben meiner Familie gesichert. Als der Krieg ausgebrochen ist, bin ich mit meiner Frau, den Kindern und Enkeln nach Äthiopien geflohen. Wir waren damals unter den ersten, die hier ankamen. Schon zuvor mussten wir unser Land verlassen, das war vor der Unabhängigkeit Südsudans. Ich hoffe, dass wir auch dieses Mal nach Hause zurückkehren können. Hier im Camp geht es uns gut, wir sind in Sicherheit. Aber es ist nun mal nicht die Heimat.

Vor fünf Jahren habe ich das Augenlicht auf einem Auge verloren. Es fing an mit Kopfschmerzen und Schwindel und ich hatte große Angst. Vor ungefähr einem Jahr wurde aus dieser Angst Realität: ich verlor mein Augenlicht komplett. Als ich erblindete, war ich am Boden zerstört, da ich mich nicht mehr um meine Familie kümmern konnte. HelpAge hat mich zu Ärzten gebracht, die mir mein Augenlicht zurückgeben konnten. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich wäre! Jetzt kann ich wieder Feuerholz sammeln und im Haushalt helfen. Ich bin überglücklich!"




----------------------------------------------------------------

Aleksandra,
Bischkek (Kirgistan)




"Mit meiner kleinen Rente und der Unterstützung meiner Kinder komme ich über die Runden. Ich bin froh, dass HelpAge mir zeigt, wie ich mit Diabetes leben kann. Neben den Medikamenten geben sie mir Tipps zur Ernährung und ich kann mich nicht beklagen. Anderen Alten geht es leider nicht so gut wie mir. Wenn ich sehe, wie viele alte Menschen sich hier entscheiden müssen, ob sie ihre kleine Rente für Nahrungsmittel, Strom oder Medikamente ausgeben sollen, macht mich das traurig. Deshalb bin ich seit 2002 aktiv in der Altenorganisation. Wir veranstalten Urlaube und Kampagnen zusammen, stricken, besuchen einander und helfen denjenigen, denen es nicht so gut geht, mit Essen, Kohle und warmer Kleidung. Gemeinsam haben wir eine Stimme und machen die Behörden und die Regierung darauf aufmerksam, uns Alte nicht zu vergessen."






----------------------------------------------------------------

Khalifa, aus Rakka (Syrien),
nun in Kamid El Laous (Libanon)




"Vor fünf Jahren bin ich aus Rakka geflohen. Ich kann gar nicht glauben, dass wir nur 40 km von der syrischen Grenze entfernt sind. Hier ist alles so anders… So Gott will, werden wir irgendwann nach Syrien zurückkehren können. Ich lebe hier mit meinem Sohn und seiner Familie in einem Zelt in der sogenannten ‚informellen Zeltsiedlung‘. Wir bezahlen 110.000 Libanesische Pfund [ca. 70 €] für die Landmiete. Ohne die Hilfe von HelpAge könnte ich weder die Landmiete noch meine Medikamente bezahlen. Bevor ich die Hilfe von HelpAge bekommen habe, musste ich darauf hoffen, dass mir Leute, die aus Syrien hierher flüchten, Medikamente mitbringen. Aber das war nicht immer gegeben und manchmal musste ich auf meine Medikamente verzichten. HelpAge hat mich zur Amel-Klinik gebracht, wo die meisten Patienten syrische Flüchtlinge sind. In der Klinik überprüfen sie regelmäßig meinen Blutdruck und Zuckerwerte. Dort gehe ich gerne hin und werde gut von ihnen behandelt."



----------------------------------------------------------------

Epefania, Ormoc,
Leyte (Philippinen)




"Nach dem Taifun Haiyan hatte sich meine Gesundheit verschlechtert. Davor war ich aktiver und mein Mann lebte noch. Ich konnte kein Krankenhaus aufsuchen, da es viel zu weit entfernt ist. Die Strecke dorthin ist hügelig und es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel, die mich dahin bringen könnten. Seitdem HelpAge die Gesundheitshelfer zu uns schickt, geht es mir gesundheitlich und mental besser. Die Gesundheitshelfer kommen regelmäßig in unser Dorf. Sie helfen mir mit meinem Bluthochdruck und geben mir Medikamente. Ich bin sehr dankbar, dass die Gesundheitshelfer direkt zu mir nach Hause kommen, denn anders müsste ich auf medizinische Versorgung verzichten."


______________________________________________
Zum Seitenanfang