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Demografischer Wandel: Heute die
Herausforderungen von morgen lösen


Am heutigen Weltaltentag zieht Helpage
Bilanz zur Lage der Alten in der Welt


Osnabrück, 22. September 2017

„An manchen Tagen fahre ich hinaus aufs Meer und kehre mit leeren Händen zurück.“, erzählt Mumbo. „Aber einmal im Monat hole ich mir meine Rente ab. Ich weiß, dass ich fest damit rechnen kann. Diese Sicherheit ist eine große Erleichterung und hilft mir, über die Runden zu kommen.“ Der 75-jährige Fischer lebt auf einer kleinen Insel vor der Küste Sansibars. Weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, stets warme Temperaturen - doch viele der älteren Menschen können nicht von dieser Idylle profitieren, sie kämpfen hart um ihr Überleben. In einem guten Monat draußen auf dem Meer verdient Mumbo umgerechnet etwa 80 Euro, in einem schlechten nur knapp 20 Euro. Mit der unabhängigen Rente ist sichergestellt, dass Mumbo auch in den schwierigeren Zeiten sich und seine Familie ernähren kann.

Die Einführung der Renten in Sansibar im vergangenen Jahr ist einer unserer größten Erfolge. HelpAge fördert weltweit Projekte zum Thema Alter. Unser Ziel ist es, dass ältere Menschen in der Katastrophenhilfe nicht mehr übersehen werden, dass Menschen in hohem Alter weder schwere Knochenarbeit leisten noch betteln müssen, dass Menschenrechte auch für ältere Menschen gelten. Kurzum: HelpAge setzt sich dafür ein, dass Alt sein nicht in Not sein bedeutet.

Jüngeren Menschen ein gesundes Altwerden ermöglichen

Zur Erreichung dieser Ziele reicht es jedoch nicht, sich nur auf die konkrete und direkte Altenhilfe zu konzentrieren. Die Welt altert wie nie zuvor: nach UN-Angaben wird es 2050 erstmals in der Geschichte der Menschheit mehr alte Menschen als Kinder geben. Doch wie wird sich des Themas angenommen? Soziale Sicherung ist dabei ein entscheidendes Element Wir dürfen uns nicht erst wenn wir alt sind um Altenrechte kümmern. Schon heute müssen die Weichen gestellt werden, um ein würdevolles Leben im Alter zu garantieren. Genau deshalb ist unsere generationenübergreifende Arbeit so wichtig. Es gibt viele Faktoren im Leben, die entscheidend dafür sind ob ein Mensch im Alter gesund und aktiv sein kann oder auf die Hilfe anderer angewiesen ist, wir nennen das Life Course Approach. Gesundheitsversorgung, Bildungs- und Einkommensmöglichkeiten, soziale Absicherung und Akzeptanz sind einige der Grundbausteine, die jüngeren Menschen ein gesundes Altwerden ermöglichen.

Lage der älteren Menschen besonders prekär

Die Arbeit von HelpAge ist daher häufig sehr komplex: einerseits werden konkret und auf lokaler Ebene greifbare Verbesserungen der Lebensbedingungen für ältere Menschen in Entwicklungsländern herbeigeführt. Zum Beispiel in den Philippinen, wo ältere Menschen sich nach dem schweren Tropensturm Haiyan mit der Unterstützung des Vereins neue, innovative Einkommensmöglichkeiten geschaffen, eine bessere Gesundheitsversorgung in abgelegenen Dörfern herbeigeführt und dafür gesorgt haben, dass ältere Menschen vor künftigen Naturkatastrophen besser geschützt werden. Andererseits stärken wir nationale Altenorganisationen, die sich in ihren Ländern intensiv für eine Verbesserung der sozialen Strukturen einsetzen, für Altenrechte und die der jüngeren Generation kämpfen und Politik und Verwaltung beeinflussen und beraten, damit bessere Bedingungen herbeigeführt werden – für alte Menschen und für das Altwerden. So konnten seit unserer Gründung über 900.000 besonders vulnerablen Menschen eine Grundversorgung ermöglicht werden. Neben dieser konkreten Hilfe hat unsere Lobbyarbeit aber auch Früchte getragen: bereits 26 Regierungen – unter anderem Kenia, Pakistan und die Philippinen – haben durch unsere Bemühungen bessere Maßnahmen für alte Menschen eingeführt und umgesetzt.


Die lebenslustige Bäuerin Dolores Losorata (rechts im Bild) spaßt mit ihrer Freundin während eines Treffens der Altengruppe (Insel Leyte, Philippinen)

Zu Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN (SDGs), ist es dennoch noch ein weiter Weg. Danach solle allen Menschen ein gutes Leben ermöglicht und niemand zurückgelassen werden. Momentan ist die Lage älterer Menschen äußerst prekär, weltweit sind ältere Menschen am stärksten von Armut betroffen, rund 100 Millionen ältere Menschen haben weniger als einen Euro am Tag zum Überleben. Dieses Problem wird sich angesichts des globalen Alterns nur verschärfen, wenn heute nicht gehandelt wird. Es reicht nicht wenn sich ältere Menschen einsetzen, auch die Alten von morgen müssen sich für einen Wandel einsetzen. Ein Beispiel dafür ist die UN-Altenrechtskonvention. Unser Netzwerk hat eine Petition gestartet, die bereits von mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet wurde. Das ist ein tolles Hoffnungszeichen.

Weiterführende Informationen:
Unterschreiben Sie hier unsere Petition für die UN-Altenrechtskonvention
Sehen Sie hier ein Video über den Life Course Approach
Sehen Sie hier Videos über unsere Arbeit in den Philippinen


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